Geschäftsbericht der Verlagsleitung 2011

Zum Ende des Jahres möchte ich mit diesem Schreiben in bewährter Form unsere Mitglieder, Autorinnen und Autoren sowie Herausgeber, Berater, wichtige Geschäftspartner sowie Freunde und Mitarbeiter der WBG über die Entwicklung der WBG im vergangenen Jahr informieren. Die letzten Monate wurden in besonderer Weise durch die Finanz- und Bankenkrise geprägt. Nahezu täglich erhalten wir neue Informationen, ob und wie es mit der Europäischen Union und ihrer Währung weitergeht und mit welchen Lösungsvorschlägen die Situation gemeistert werden kann. Auch wenn Deutschland derzeit vergleichsweise gut dasteht, so bin ich doch überzeugt, dass die kommenden Jahre für unser Land nicht einfach werden.

Vor diesem Hintergrund bin ich dankbar, dass die WBG und ihre Töchterverlage Primus, Theiss und Philipp von Zabern nach wie vor finanziell unabhängig agieren und gemeinsam mit ihren Autoren und Herausgebern die Buchprojekte realisieren können, denen sie eine große Verbreitung wünschen. Als Verein ist die WBG auf sich selbst gestellt und muss permanent darauf achten, dass auch die betriebswirtschaftliche Stabilität gewährleistet bleibt. Umso mehr freue ich mich, dass die WBG im vergangenen Geschäftsjahr wieder mit einem deutlichen Gewinn abschließen konnte!
Wie Sie wissen, dürfen Gewinne satzungsgemäß nicht ausgeschüttet werden, sondern fließen als Reinvestitionen z. B. in aufwändige Buchprojekte, in preisgünstige Studienliteratur, in die Förderung von Wissenschaft und Kultur (z. B. über den Wilhelm-Weischedel-Fonds der WBG) oder in die Weiterentwicklung der WBG, um auch zukünftig auf zeitgemäße Art unseren Mitgliedern und Kunden schnell und kostengünstig fundiertes Wissen und benötigte Informationen bereitstellen zu können.

Verlegerisch war das vergangene Jahr wieder durch eine Vielzahl von zum Teil einzigartigen Buchprojekten geprägt, auf die meine Kolleginnen und Kollegen und ich wirklich stolz sind. Große Ausstellungen konnten durch üppig ausgestattete, z. T. mehrbändige Begleitbände flankiert werden, wie z. B. zu den Staufern oder zu König Ludwig II. An dieser Stelle wieder ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, insbesondere den Verantwortlichen in den Museen! Wissenschafts-, Fach- und Studienliteratur konnten entweder erstmalig im Buchmarkt platziert oder in entsprechenden Neuauflagen nachgedruckt werden. Auch das Sachbuchprogramm hat sich stark erweitert.

Einige Titel mussten bereits nach wenigen Monaten nachgedruckt werden, da die Nachfrage bei den Mitgliedern und im Handel sehr groß war: Die Titel  ›Das geht auf keine Kuhhaut‹ von Gerhard Wagner oder ›Wo Marx Recht hat‹ von Fritz Reheis, der auch den Sprung in die Wirtschafts-Bestenliste geschafft hat, sollen hier beispielhaft genannt werden.

Auch liebevoll illustrierte und hochwertige, z. T. in Leder gebundene Klassiker- und Reprintausgaben, wie z. B. zu Goethes Faust, gehören mittlerweile zum festen Bestandteil des WBG-Programms. Prächtig entwickelt hat sich auch die altphilologische Reihe ›Edition Antike‹, deren Bände mit einem Zeitabstand nun auch im Buchhandel angeboten werden und die, wie die Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe, bereits erste Erfolgsausgaben vorweisen kann.

Aus Gründen der Vollständigkeit möchte ich auch auf die Imprint-Verlage ›Lambert Schneider‹, den Hörbuchverlag ›auditorium maximum‹ sowie den ›Reprint Verlag Leipzig‹ hinweisen. Letzteren hat der Vorstand im vergangen Jahr akquiriert und unter dem Dach des Primus Verlags angesiedelt. Die Programmentwicklung jeder dieser Verlage ist beachtlich und trägt zur Gesamtentwicklung sehr positiv bei. 

Wie Sie wissen, findet die WBG aufgrund ihrer orangefarbigen Studienliteratur seit einigen Jahren verstärkten Zuspruch bei Studentinnen und Studenten vieler wissenschaftlicher Disziplinen. Aus diesem Grund ist die WBG verstärkt an vielen Universitäten zu Gast, um z. B. auf dem Campus und in den Hörsälen auf ihr Programm sowie die WBG-Mitgliedschaft aufmerksam zu machen. Dabei werden wir dankenswerterweise von vielen unserer lehrenden Mitglieder und von vielen Autorinnen und Autoren unterstützt. Vielleicht haben auch Sie an Ihrer Universität die vielfältigen Aktivitäten zur Kenntnis genommen, vielleicht konnten das Programm und die Vorteile der WBG auch in Ihrer Vorlesung oder in Ihrem Seminar vorgestellt werden. Allen denjenigen, die uns auf diesem Weg unterstützen und dafür sorgen, dass die WBG auch in den kommenden Jahrzehnten ein Fels in der (geistes) wissenschaftlichen Verlagslandschaft bleibt, möchte ich persönlich danken. Denn nach wie vor gilt, je größer die Mitgliederbasis ist, desto mehr potentielle Leser können wir für unsere bzw. Ihre Bücher erreichen. Ein gesicherter, breiter Grundstock an Käufern erleichtert uns die Planung des Buchprogramms.


 

Im vergangenen Jahr habe ich ausführlich über unser großes EDV-Projekt ›Cicero‹ informiert, welches die Arbeiten und Arbeitsabläufe in allen Abteilungen stark vereinfachen soll. Diesem Projekt wird nach wie vor eine sehr hohe Priorität eingeräumt und es sind sehr viele Mitarbeiter involviert. Derzeit sind wir mit Hochdruck dabei, die neue Verlagssoftware zu testen und die Altdaten in das neue EDV-System zu überführen. Unser Ziel ist es, im Frühjahr 2012 mit dem neuen System zu starten. Drücken Sie uns die Daumen, dass alles reibungslos über die Bühne geht.

Nach wie vor bereitet sich die WBG auf den Ver-kauf von digitalen Informationen vor und bereitet Ihre Bücher im PDF- oder im EPUB-Format auf. Da Lesegeräte für E-Books immer komfortabler und auch deutlich günstiger geworden sind, wird dieser Markt weiter wachsen. Deshalb werden wir unsere Anstrengungen in diesem Bereich intensivieren, um die Inhalte und Bücher unserer Autoren auch auf diesem Weg verbreiten zu können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informatio-nen das Handeln und die Zielsetzungen der WBG wieder etwas ausführlicher erläutern. Es ist mir ein Anliegen, allen Mitgliedern, den Autorinnen und Autoren der WBG-Verlagsgruppe sowie weiteren Mitverantwortlichen für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Verlags auch auf diesem Weg für die vertrauensvolle Zusammen-arbeit zu danken, verbunden mit dem Wunsch auf ein langfristiges, erfolgreiches Miteinander in der Zukunft. Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Erfolg und vor allem Gesundheit!

Mit herzlichen Grüßen aus Darmstadt

Andreas Auth
Geschäftsführender Direktor

PS: Unterstützen Sie die „Idee der WBG“ durch die Gewinnung neuer Mitglieder, um auch langfristig wichtige Bücher in bewährter Qualität kostendeckend herausgeben und verbreiten zu können.