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Janson, Simone
Der optimale Berufseinstieg
Perspektiven für Geisteswissenschaftler

Leseprobe
»Der Berufseinstieg gelingt selten gleich mit dem Traumjob. Am Anfang stehen meist Kompromisse wie Praktika, befristete Stellen oder schlecht bezahlte Aushilfstätigkeiten. Unbezahlte Praktika – wer Glück hat, erhält eine Aufwandsentschädigung von einigen Hundert Euro im Monat – können ein sinnvoller Berufseinstieg sein, um wichtige Erfahrungen zu sammeln. Leider nutzen einige Unternehmen die momentane Situation auf dem Arbeitsmarkt aus, um reguläre Arbeitskräfte durch billige Praktikanten zu ersetzen.
Praktika und Aushilfsjobs sollten nicht planlos aneinandergereiht werden, sondern qualitativ aufeinander abgestimmt sein, so dass sich ein roter Faden im Lebenslauf erkennen lässt. Außderdem ist eine finanzielle Weiterentwicklung anzustreben. Aber dies versteht sich von selbst. Manchmal ist auch der Mut erforderlich, ein schlechtes Angebot auszuschlagen, selbst wenn die Situation auf dem Arbeitsmarkt glauben macht, man habe keine Wahl. Wichtig ist, dass die Organisation oder das Unternehmen, bei dem das Praktikum absolviert wird, ein gewisses Renommee besitzt – dann ist zunächst auch eine schlechte Bezahlung akzeptabel. Die Europäische Union macht sich im Lebenslauf eben besser als eine Firma mit zehn Beschäftigten, die niemand kennt.
Die Qualität der Praktika kann sogar innerhalb desselben Unternehmens sehr unterschiedlich sein. Die Aufgaben reichen vom Vollzeitjob einer regulären Arbeitskraft bis zu Hilfstätigkeiten wie Kopieren und Kaffee kochen. Der Umgang mit Software und technischen Geräten kann geübt werden. Auch der Entstehungsprozess eines Buches oder der kommunikative Ablauf innerhalb eines Unternehmens lässt sich näher betrachten. Jeder Praktikant wird relativ schnell merken, ob er etwas Sinnvolles lernen kann oder nicht. Wer den Eindruck hat, nur als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, sollte den Mut haben, das Praktikum abzubrechen. Entscheidend ist, dass das Praktikum die eigenen Zielvorgaben erfüllt. Kurzpraktika von einigen Wochen dienen dazu, in die Branche hineinzuschnuppern und erste belegbare Berufserfahrungen zu sammeln. Mehrmonatige Praktika hingegen verfolgen das Ziel, eine Anstellung zu erhalten oder zumindest gute Kontakte aufzubauen, um als freier Mitarbeiter weiterbeschäftigt zu werden und vielleicht später auf eine freie Stelle nachzurücken.« (aus: Berufserfahrung sammeln)


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