Nachrichtendialog Display Update Message Produktvergleichsdialog

Geschichte der WBG



 

 1949

Der Anfang

Gründungsprotokoll von 1949
Gründungsprotokoll von 1949

Am 12. Januar 1949 wird die Wissenschaftliche Buchgemeinschaft e.V. in Tübingen gegründet.

Die Idee zur Gründung kommt aus dem akademischem Umfeld. Aufgrund der schweren wirtschaftlichen Lage herrscht zu dieser Zeit durch verbrannte oder unerreichbare Schriften in Deutschland ein großer Mangel an Literatur.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs waren schätzungsweise 25 Millionen Bände in deutschen öffentlichen Bibliotheken zerstört worden.

Um diesen Verlust auszugleichen, werden dringend kostengünstige Nachdrucke von Standardwerken, vor allem aus dem Bereich der Geisteswissenschaften, benötigt.

Die neue Subskriptionsgemeinschaft der WB soll deshalb dafür sorgen, dass Buchtitel in Druck gehen können, sobald genügend Vorbestellungen eingegangen sind.

Im Gegenzug dazu verspricht die Buchgemeinschaft, die entsprechenden Titel »zu ungefähr dem halben Ladenpreis zu liefern«.

Als Mitglied verpflichtet man sich zur Entrichtung eines Jahresbeitrags und zur Abnahme von mindestens einem Werk pro Jahr. Nicht einmal fünf Monate nach Gründung ist die Zukunft des Vereins jedoch ungewiss.

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und großen Papiermangels muss bereits im Gründungsjahr ein Kooperationspartner für die Buchgemeinschaft gefunden werden.

Diesen findet man im Matthiesen Verlag aus Tübingen. Sein Verleger Marius Matthiesen gehört damit selbst zu den Unterzeichnern der Gründungsurkunde.

Die anfänglichen Schwierigkeiten werden schnell gemeistert und bald darauf kann die WB ihr Gründungsjahr erfolgreich abschließen.

50er Jahre

Etablierung als wirtschaftlicher Verein

Verlagswerbung der 50er Jahre
Verlagswerbung der 50er Jahre
Schon in kürzester Zeit konnte die WB eine große Mitgliedschaft vorzeigen. Die Anzahl der Titel hatte sich im Vergleich zum ersten Subskriptionsaufruf mehr als verdreifacht.

Man begann eine eigene verlegerische Tätigkeit. Von Anfang an spiegelte das Programm der Neuausgaben der Buchgemeinschaft auch die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse ihrer Zeit wider.

Die Zusammenarbeit mit immer mehr Verlagen und zahlreiche Lizenzvereinbarungen mit renommierten Verlagshäusern führten zu einem erweiterten Titelangebot.
 
Im August 1950 konnte die WB schon das erste Mitteilungsblatt herausgeben. Es erschien im Umfang von 14 Seiten und hatte das Ziel, eine enge Bindung von Verein und Mitgliedern zu schaffen.

1952 erscheint zum ersten Mal die »Billige Wissenschaftliche Reihe (BWR)«, später »Besondere Wissenschaftliche Reihe« und man beschließt 1953, den Firmensitz von Tübingen nach Darmstadt zu verlegen. 1955 wurde aus der »Wissenschaftlichen Buchgemeinschaft« (WB) die »Wissenschaftliche Buchgesellschaft« (WBG).

1955 bezieht die WBG ihren heutigen Standort, die Hindenburgstr. 40 in Darmstadt und bekommt durch das Land Hessen den Status eines wirtschaftlichen Vereins (gemäß § 22 BGB) verliehen.

Zusätzlich dazu wird die Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe (FSGA) herausgegeben.

Zehn Jahre nach ihrer Gründung konnte die Wissenschaftliche Buchgesellschaft im Jahreskatalog 650 Titel aus 17 Fachgebieten anbieten.

60er Jahre


Der Ausbau zum unabhängigen Verein

WBG-Logo 1968
Verlagslogo der 60er Jahre
Das stetige Wachstum der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erfordert bald Veränderungen im internen Geschäftsbetrieb. 1961 wird deshalb eine eigene Offsetdruckerei in der Hindenburgstr. 40 errichtet.

Ein Jahr später beginnt die eigene Buchbinderei die Arbeit.

Aufgrund des anhaltenden Wachstums wurde das Verlagsgebäude bereits 1965 erweitert. Die Druckerei wurde vergrößert und modernisiert, für Mitglieder ein Besucherraum gestaltet und weitere Sozialeinrichtungen wurden geschaffen.

Durch diese Erneuerungen kann die WBG die Politik der weitgehenden Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen fortsetzen. Um auf die zeitgenössischen sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu reagieren, werden Anfang der 60er Jahre neue Fachbereiche hinzugefügt. 1964 ist die WBG das erste Mal mit einem Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Um sich dem damaligen Trend zum wissenschaftlichen Taschenbuch anzupassen, bringt die WBG Ende der 60er Jahre die »WB-Paperback« Reihe raus. Dadurch wurde die WBG auch für Studenten immer attraktiver.

1965 hatte die WBG fast 60.000 Mitglieder, täglich kamen weitere hinzu. Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung konnte die Wissenschaftliche Buchgesellschaft ein Programm von über 5.000 Titeln und aus 26 wissenschaftlichen Fachgebieten vorweisen.


70er Jahre 

Zeit der Konsolidierung


WBG-Bücherbus
WBG-Bücherbus
Die 70er Jahre sind geprägt von Festigung und Konsolidierung der Gesellschaft. Gleich zu Beginn des Jahres bringt die WBG den ersten Band des Großwerks »Historisches Wörterbuch der Philosophie« (HWPh) heraus.

1974 feierte die WBG das 25-jährige Jubiläum. Zu diesem Zeitpunkt gehörten über 110.00 Mitglieder aus 104 Ländern zum Mitgliederkreis. 1975 startete die Reihe »Texte zur Forschung« (TF).

Ende der 70er Jahre werden erstmals Sachbücher in das Buchprogramm der WBG aufgenommen. Somit ist diese Zeit von einem kontinuierlichen Wachstum von Mitgliedern und Programmen geprägt.

Die WBG hatte sich das Image eines durch Qualität überzeugenden wissenschaftlichen Verlages erworben

80er Jahre


Ausweitung des Programm- und Verlagsspektrums

Lageplan der WBG 80er Jahre  Lageplan der 80er Jahre

Nach einem Wechsel der Geschäftsleitung wurde das Profil der Buchgesellschaft grundlegend verändert. 1981 wurde das Angebotsspektrum um Titel des »Modernen Antiquariats« erweitert.

Gemeint waren damit Sonderausgaben, Mängelexemplare und Restbestände kurz zuvor erschienener Bücher, die nicht mehr der Preisbindung unterlagen und deshalb zu stark reduzierten Preisen verkauft werden konnten.

Zu dieser Zeit begann auch die bis heute andauernde Kooperation mit der Firma »ars mundi collection«.

Mit der Fülle der Marketingmaßnahmen und der Ausweitung des Programms wurde das Profil der WBG innerhalb kürzester Zeit stark verändert.

1982 wurden auch belletristische Titel in das Gesamtprogramm des Verlages aufgenommen. Auch der Non-Book-Bereich wurde weiter ausgebaut.

Man entschied sich 1987 dazu, den Vertrieb über den Buchhandel zu verstärken, erstmals waren daher Titel auch über das Barsortiment lieferbar.
 
1988 wurde die WBG in den Börsenverein des Deutschen Buchhandels aufgenommen. Ein Jahr später wurde bereits das 40-jährige Jubiläum gefeiert.
 
Erstmals in diesem Jahr und bis heute andauernd vergibt die WBG alle zwei Jahre ein Doktoranden-Stipendium zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

90er Jahre


Der Aufbau einer Verlagsgruppe

WBG-Logo 1992
Neues WBG-Logo von 1992
Nach dem Fall der Mauer 1989 gründete die WBG einen Bücherfonds für die Bibliotheken in der DDR, die dringend benötigte Spenden aus dem Buchprogramm erhielten.

Gleichzeitig wurden Mitglieder zu Patenschaften und Spenden für Bibliotheken und Neumitglieder in der DDR aufgerufen.1992 bekam die WBG ein neues Logo.

Es begann der Aufbau einer Verlagsgruppe. Den Anfang machte 1996 der Primus Verlags als erstes Tochterunternehmen der WBG.

Ein Jahr später wird der Konrad Theiss Verlag in Stuttgart aufgekauft. Ein weiteres Highlight in diesem Jahr ist der erste Internetauftritt der WBG.

1999 feierte die WBG bereits ihr 50-jährigens Jubiläum, welches mit der Gründung des Wilhelm-Weischedel-Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kultur einherging.

Ebenfalls in diesem Jahr wird der Lambert Schneider Verlag aus Gerlingen angekauft.

2000 – 2010


Ausweitung des Programms

WBG-Logo ab 2000
Verlagslogo ab 2000
Bereits 1999 hatte man sich dazu entschlossen, ein neues Verlagssignet einzuführen. Das neue CI mit der Wort-Bild-Marke der WBG, »Wissen verbindet«, entsteht.

Erstmals werden auch eBooks ins Verlagsprogramm aufgenommen. Um das Angebot der WBG auch weiterhin zu vergrößern, werden einige neue Reihen, wie z.B. die »Gestalten der Antike« (GDA) oder die Reihe »Edition Antike« (EDA) ins Leben gerufen.
 
Außerdem entschließt man sich 2005 dazu, den Philipp von Zabern Verlag in Mainz zu erwerben. 2005 erscheint die WBG mit einem neuen, überarbeiteten Internetauftritt.

Das Literarium der WBG öffnet 2007 als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Bis heute finden dort zahlreiche Veranstaltungen und Lesungen unter dem Signum »AbendLese« statt.

2008 übernimmt die WBG den Hörbuchverlag »auditorium maximum«. 2009 feiert man das 60-jährige Bestehen des Verlages, zu dem die Verlagsgeschichte des WBG-Historikers René Schlott erscheint.

In der von Veränderungen und Innovationen geprägten und vom gesellschaftlichen und technologischen Wandel beeinflussten WBG-Geschichte wurden drei Prinzipien aus der Gründungszeit stets beibehalten: ein enges Verhältnis zu den Mitgliedern, die Konzentration auf das Kulturgut »Buch« und das Prinzip, alle Gewinne in die Förderung von Forschung und Kultur zu reinvestieren.

> WBG-Verlagsgeschichte von Renè Schlott (PDF-IconPDF, 1.9 MB)

2010 bis heute


Integration der Tochterverlage

Aktuelles Verlagslogo der WBG
Neues Verlagslogo der WBG
2010 wird der Lambert Schneider Verlag ein Imprint-Verlag der WBG. Auch bei der WBG-Tochter, dem Primus Verlag, gibt es einige Veränderungen, der Reprint Verlag Leipzig wird aufgekauft.

2013/14 werden alle Tochterverlage der WBG (Primus, Konrad Theiss und Philipp von Zabern) als Imprint-Verlage unter einem Dach integriert.

2014 begeht die WBG das 65-jährige Jubiläum des Verlages. Mit einem neuen Internetauftritt und vielen Aktionen wird dieses Jahr gefeiert.

 

Für weitere Informationen:

Chronik der WBG

Vorstand und ehemalige Geschäftsführer 

Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum

Rede A. Auth zum 60-jährigen Jubiläum

Geschäftsbericht 2013

Das Jubiläumsjahr  2014 (Prof. Dr. Dieter Planck)