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Band 6: Leonce und Lena
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Büchner, Georg

Band 6: Leonce und Lena

Bestellnummer: B156021

Buch

Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2003


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Beschreibung

Hrsg. von Burghard Dedner unter Mitarb. von Arnd Beise und Eva-Maria Vering. Text bearb. von Burghard Dedner und Thomas Michael Mayer. 2003. V, 583 S., Fadenh., Gzl.

Programmlinie: Forschung

Nach dem bewährten Muster der bisherigen Bände der Marburger Ausgabe wird jetzt erstmals eine historisch-kritische Ausgabe von Büchners Lustspiel ›Leonce und Lena‹ vorgelegt. Der Band bietet die handschriftlich überlieferten Fragmente als Faksimiles und in zeilengerechter Umschrift sowie als emendierte Texte; danach den in doppelter Überlieferung vorliegenden Lustspieltext in synoptischer Form, als emendierten Text und in quellenbezogener Darstellung. Der Editionsbericht stellt den thematisc...


  • ISBN: 9783534156023
  • Auflage: 1
  • Sprache: Deutsch

Beschreibung

Büchner war den Zeitgenossen vor allem als Verfasser des historischen Dramas ›Danton’s Tod‹ bekannt; ein näherer Freund hob jedoch auch sein komisches Talent und speziell seine Fähigkeit hervor, »seltsamste und lustigste Verwicklungen nur so als beiläufige Zugabe zur Unterhaltung zu improvisiren.« Einen deutlichen Ausdruck fand dieses komische Talent in einzelnen Szenen von ›Danton’s Tod‹, in zahlreichen Passagen in den Briefen und vor allem in dem Lustspiel ›Leonce und Lena‹, das seit den 1920er-Jahren einen festen Platz auf den Spielplänen deutscher Theater einnimmt. Büchner knüpft mit ›Leonce und Lena‹ an die deutsche Lustspieltradition bei Ludwig Tieck und Clemens Brentano und zugleich – mit zahlreichen Anregungen von Lustspielen des bedeutenden Theaterdichters Alfred de Mussets – an die gleichzeitige französische Lustspieltradition an. Sein Stück enthält die beißendste dramatische Hofsatire der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts, und schon ein Zeitgenosse meinte, der von Büchner dargestellte Hofstaat König Peters sei »ein specifisch ›deutscher‹ Musterstaat«. Es besticht zugleich durch seine Nähe zu und gelegentlich Überlegenheit über Texte von anderen bedeutenden Satirikern dieser Zeit wie Jean Paul, E. T. A. Hoffmann und Heinrich Heine.

1. Das Lustspiel lag bei Büchners Tod 1837 vermutlich nicht in endgültiger Reinschrift vor; der erste Herausgeber Gutzkow druckte 1838 weite Teile, nicht aber das ganze Lustspiel; der zweite Herausgeber Ludwig Büchner druckte 1850 auch die von Gutzkow unterdrückten Teile, jedoch gelegentlich mit anderem Wortlaut und mit deutlicher redaktioneller Überformung. Die vorliegende Ausgabe folgt im Wesentlichen – soweit er Text bietet – dem autornäheren Erstdruck von 1838; sie hat jedoch sämtliche Varianten des Zweitdrucks kritisch verglichen und in die Ausgabe immer dort übernommen, wo der Erstdruck durch Abschreibfehler, Eingriffe des Herausgebers oder Setzereieigentümlichkeiten verändert scheint. Die ›synoptische Darstellung‹ verzeichnet in übersichtlich getrennter Form sämtliche akzidentelle und sämtliche Wortlautvarianten. Für letztere verweist ein getrennter Apparat auf die Stellen im Editionsbericht, wo die jeweilige Variante diskutiert und die sie betreffende Entscheidung begründet wird. Der darauf folgende emendierte Text lässt durch Einsatz unterschiedlicher Drucktypen noch immer erkennen, welchem der beiden Drucke ein Textteil entstammt. Die Ausgabe gibt dem Leser damit die Möglichkeit, jede editorische Entscheidung zu überprüfen, ihr zuzustimmen oder sie zu verwerfen. Zugleich rekonstruiert der Editionsbericht erstmals im Detail die wahrscheinliche Entstehungsgeschichte des Stückes. – Von der ersten Szene und verstreuten Passagen liegen Handschriften vor, die in faksimilierter und zeilengerecht transkribierter Form wiedergegeben werden; darüber hinaus wird die komplizierte Überlieferung dieser ersten Szene im Paralleldruck übersichtlich dargestellt.

2. Wie alle dichterischen Werke Büchners ist auch ›Leonce und Lena‹ nach teils poetischen, teils historischen Quellen gearbeitet. Zum einen verdankt der Lustspieldichter Büchner wichtige Anregungen den Lustspielen ›Ponce de Leon‹ von Clemens Brentano und ›Fantasio‹ von Alfred de Musset, zum anderen ist als Vorbild der Komödienhandlung deutlich eine bayerisch-hessische Fürstenhochzeit erkennbar, die 1833/34, also zu einer Zeit, da Büchner sich in Darmstadt und Gießen aufhielt, vollzogen wurde und auf die der Autor auch in der Flugschrift ›Der Hessische Landbote‹ gelegentlich hinweist. Bekannte Büchners druckten die von den Hochzeitsvorbereitungen und -feierlichkeiten zeugenden Dokumente in einer ›Chronik‹ ab, die Büchner möglicherweise kannte und die in dieser Ausgabe wie eine Quelle behandelt wird. Wie schon die anderen so soll auch dieser Band Büchners quellenorientierte Schreibweise einsichtig machen. Er dokumentiert deshalb alle Passagen der Quellen, die mit Büchners Lustspiel identischen oder tei...

Das Lob der Presse

Der üppige Kommentarband von Arnd Beise »zeigt, wie diese scheinbar arglose Posse von messerscharfen Invektiven, punktgenauen philosophiekritischen Sticheleien und politisch exakt kalkulierten Despektierlichkeiten nur so wimmelt. Diese Komödie voller funkelndem Witz zu unterschätzen gehört zu den größten Fehlern der Rezeptionsgeschichte. Beises Erläuterungen bieten erstmals einen umfassenden Schlüssel zum Absurdistan namens Popo.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Diese Ausgabe »macht nun alle Schichten in jeder wünchenswerten Klarheit deutlich.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Diese Ausgabe ist »auch mit diesem Band ... eine – im besten Sinne des Wortes – diskussionswürdige Edition.« Germanistik

Dieser Titel kann auch in folgenden Paketen erworben werden:

  • Büchner, Georg

    Sämtliche Werke und Schriften

    Historisch-kritische Ausgabe mit Quellendokumentation und Kommentar (Marburger Ausgabe)

    Bestellnummer:B155971

    Paket

    Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2010

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