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Der Schleier der Erinnerung
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Fried, Johannes

Der Schleier der Erinnerung

Grundzüge einer historischen Memorik

Bestellnummer: B184939

Buch

Erscheinungsdatum: 16. September 2004

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Nur für Mitglieder 32,00 €

Beschreibung

2004. 509 S., Gzl. mit SU. C. H. Beck, München. Lizenzausgabe.

Programmlinie: Wissen Sachbuch

Das Gedächtnis trügt. Erinnern und Vergessen sind grundlegende Prozesse menschlichen Lebens. Sie sind damit zugleich entscheidende, bisher aber kaum beachtete Faktoren für das Zustandekommen der Mehrzahl historischer Quellen. Johannes Fried konfrontiert deshalb die Ergebnisse der modernen Gedächtnis- und Hirnforschung mit ausgewählten Beispielen aus der Geschichte, um den Schleier der Erinnerung zu lüften.


  • Auflage: 1
  • Sprache: Deutsch

Porträt

Johannes Fried ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt. Er war von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands. 1995 erhielt er für sein Werk ›Der Weg ins Mittelalter‹ den Preis de...

Beschreibung

Gleich einem Schleier senkt sich die Erinnerung über alles, was war. Sie verklärt, verformt, verdrängt. Erinnern und Vergessen sind grundlegende Prozesse menschlichen Lebens. Wie weit aber reicht die verformende Kraft des Gedächtnisses tatsächlich? Die moderne Geschichtswissenschaft hat sich der Frage bisher kaum gestellt, obschon die Mehrzahl der historischen Quellen auf Gedächtnisleistungen beruht. Die Unzuverlässigkeit des menschlichen episodischen Gedächtnisses erweist sich schon im Hinblick darauf, wie fehlerhaft es die Sachdaten eines Geschehens, den Ort, die Zeit, die daran Beteiligten erinnert und festhält. Diese Unzuverlässigkeit erfordert neue methodische Überlegungen und Zugänge für die historische Quellenkritik.

Der Frankfurter Historiker Johannes Fried erläutert in diesem Buch die Ergebnisse moderner Kognitionswissenschaften und konfrontiert sie mit ausgewählten Beispielen der modernen und mittelalterlichen Geschichte. Sein Ergebnis: Vergangenheit wird in der Gegenwart stets neu geschaffen; unbewusst konstruiert aus unterschiedlichen Elementen erinnerten Geschehens. Wesentlich geprägt durch die Erfordernisse der jeweiligen Gegenwart entstehen scheinbar stimmige Vergangenheitsbilder, die doch in ihren elementaren Aussagen erheblich vom tatsächlich Geschehenen abweichen können. Jede Erinnerung und damit jede Quelle ist deshalb auf ihre Gegenwart hin zu befragen, um sie beurteilen zu können. Am Ende stehen neue Regeln für den Umgang mit Geschichte. Was also verdeckt der Schleier?

Das Lob der Presse

»Frieds Untersuchungen ergänzen ... die neueren mediävistischen Forschungen zur Schriftlichkeit ganz maßgeblich. Fried etabliert schlichtweg den Vorrang der Mündlichkeit für das Überlieferungsgeschehen – mindestens für das frühe Mittelalter – und zwingt damit alle schriftzentrierten Forschungsperspektiven zu erneuter Reflexion über die Oralität. Für die gesamte Historie liefert er, anerkennenswert belesen, hochaktuelles Wissen aus Disziplinen, die den somatischen, den psychologischen, den neurobiologischen und neurophysiologischen Vorgängen im Menschen und seinem Gehirn beim Denken und Erinnern auf der Spur sind. Fried leitet aus diesen Erkenntnissen das neue Bild von einem ›natürlichen‹ Gedächtnis des Homo sapiens ab, das eben nicht die Gestalt eines Speichers hat, sondern in umfassender Fluidität die episodischen Erinnerungsbilder mit semantischen Ordnungen und Wertungen vermittelt. Die Antwort auf die Frage, inwieweit hier genetische Determinationen wirken oder ›genetisches Potenzial‹ für eine offene Arbeitsweise des Geständnisses bereitsteht, könnte darüber entscheiden, ob eine künftige ›neurokulturelle Historie‹, wie Fried sie ausruft, tragfähig ist.« Neue Zürcher Zeitung

»Indem Fried diese psychologische Debatte auf die Geschichtswissenschaft anwendet, führt er sie ein gutes Stück weiter ... Fried illustriert seine Thesen mit einer Fülle höchst eindrucksvoller, glänzend erzählter Beispiele ... Frieds Buch ist ein bahnbrechender Beitrag zur kritischen Historie.« Frankfurter Rundschau

»Nun hat sich der renommierte Frankfurter Historiker Johannes Fried in einer zupackenden und imposanten ... Studie mit den Arbeitsabläufen des Chemie- und Elektrizitätswerks im Kopf befasst ...« Der Spiegel

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