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Der Nationalsozialismus und die Antike
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Chapoutot, Johann

Der Nationalsozialismus und die Antike

Bestellnummer: B257546

Hardcover

Buch

Erscheinungsdatum: 04. Juli 2014

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Beschreibung

Aus dem Franz. von Walther Fekl. Mit einem Vorwort von Uwe Puschner. 2014. 500 S. mit 20 s/w Abb., Bibliogr. und Reg., geb mit SU. Zabern, Darmstadt. Veröffentlicht mit Unterstützung des Wilhelm-Weischedel-Fonds der WBG.

Programmlinie: Wissen Sachbuch

Hitler forcierte einen Geschichtsmythos, nach dem Griechen, Römer und Germanen geeint seien in einem »tausendjährigen Kampf«. Von der neo-römischen Architektur bis zur antikisierenden Ästhetik der Parteitage belegt Johann Chapoutot akribisch die totalitäre Instrumentalisierung der Antike für ein verbrecherisches Weltbild.


  • ISBN: 9783805347686
  • Seitenzahl: 500
  • Auflage: 1
  • Hardcover
  • Sprache: Deutsch
  • Illustrationen: 20 farbig

Porträt

Chapoutot, Johann

Johann Chapoutot, geb. 1978, studierte Geschichte, Germanistik und Jura in Paris und Berlin und promovierte an der Université Paris I Panthéon Sorbonne und der TU Berlin. Er ist Mitglied des Institut Universitaire de France und seit 2014 Professor an der Universität Paris III Sorbonne Nouvelle. C...

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Beschreibung

»Wir haben keine Vergangenheit«, räsonierte Hitler über die verzweifelten Versuche der SS-Archäologen, die in den Wäldern Germaniens nach den Vorfahren der Deutschen gruben und lediglich Scherben zu Tage förderten. Die Vergangenheit einer Rasse, so Hitler, auf welche die Deutschen stolz sein könnten, befand sich deshalb in Griechenland und in Rom. Die Inszenierung dieser erlogenen Abstammung breitete sich folgerichtig im öffentlichen Raum aus: in der neo-römischen Architektur, in der neo-griechischen Nacktheit in Kunst und Sport, in den Feldzeichen und Standarten der Aufmärsche oder in der antikisierenden, pathetischen Ästhetik der Parteitage. Was eignete sich besser als Sparta, um einen neuen Menschen zu schaffen? Welches Beispiel konnte besser sein als Rom, um ein Imperium, ein Weltreich aufzubauen? Die bahnbrechende Darstellung von Johann Chapoutot belegt akribisch anhand zahlreicher Beispiele die totalitäre Instrumentalisierung der Antike für ein verbrecherisches Weltbild.

Chapoutot, Johann

Johann Chapoutot, geb. 1978, studierte Geschichte, Germanistik und Jura in Paris und Berlin und promovierte an der Université Paris I Panthéon Sorbonne und der TU Berlin. Er ist Mitglied des Institut Universitaire de France und seit 2014 Professor an der Universität Paris III Sorbonne Nouvelle. Chapoutot ist Zeithistoriker und forscht multidisziplinär auf dem Gebiet der politischen und kulturellen Geschichte. 2015 erhielt er für sein Buch ›La Loi du Sang‹ den ›Yad Vashem Book Prize for Holoc...

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Das Lob der Presse

»Welch ein grandioses Buch! Ein Meilenstein der NS-Forschung. Der Umgang des Nationalsozialismus mit der Antike wird in einer nie dagewesenen Art behandelt und in den Kontext eines Totalitarismus gestellt, der sich die Gegenwart und Zukunft auch und gerade über die Vergangenheit anzueignen bestrebt war. Vielmehr als in der Rombegeisterung des gleichzeitigen faschistischen Italien „annektierte“ der Nationalsozialismus regelrecht die griechisch-römische Antike. Warum beschränkte man sich nicht auf die germanische Tradition mit den Heroen wie Arminius? Was wurde gewonnen, wenn Hitler und seine Gefolgsleute sich beständig auf den Mythos Sparta, auf Roms erdumspannendes Imperium beriefen und vor der „rassischen Bastardisierung“ in der antiken Demokratie warnten? Die Antworten sind überraschend. Das Buch ist außerordentlich spannend zu lesen und bietet einen originellen Blick auf den Nationalsozialismus und seine Ideologie.«

Ernst Baltrusch, Freie Universität Berlin

»Wer ist der bessere Ahne? Der naturverbundene und unverdorbene Germane in seinen Wäldern oder der städtisch-arische Grieche oder Römer als Verkörperung der reinsten und vollkommensten Form der Menschheit? Solche Fragen, die uns heute als abstrus vorkommen, hatten für zahlreiche Anhänger der NS-Ideologie - angefangen mit Hitler, Himmler und Goebbels - eine zentrale und eminente Bedeutung, waren sie doch für sie von Grundsatzentscheidungen für die Gegenwart und Zukunft des neuen Deutschlands und des neuen Europas nicht zu trennen. Als Erster hat Johann Chapoutot beschlossen, diese Fragen ernst zu nehmen. Ein großes Verdienst. Denn indem er das tut, öffnet er uns ein neues Verständnis des Nationalsozialismus und des 'Dritten Reiches'.«

Prof. Etienne François, Humboldt-Universität Berlin

Die Monographie Chapoutots verdient »hohe Wertschätzung. Dies liegt zum einen in dem multiperspektivischen Zugriff begründet, der eine totalitäre Mobilisierung des Altertums durch das Hitler-Regime aufzeigt. Das Verhältnis von NS-Ideologie und Antike wird quasi „aus einem Guss“ dargestellt, sodass die Absurdität des Rassenwahnsinns und seine erschreckend konsequente Umsetzung offenkundig zutage tritt. Zum anderen ist die exzellente stilistische Leistung des französischen Kollegen hervorzuheben, der mit einer feinsinnigen Portion Ironie aufwartet. Wenn der NS-Ursprungsmythos mit dem Ungeheuer von Loch Ness verglichen (S. 48), Günthers krude Rassentheorie als „hermeneutisches Delirium“ bezeichnet (S. 70) oder Hitler als „Bunker-Leonidas“ tituliert wird (S. 395), dann gehen wissenschaftliche Qualität und intellektuelles Vergnügen Hand in Hand.« HSozKult

»Johann Chapoutot, ein 1978 geborener französischer Neuzeit-Historiker, hat ein packendes Buch über das Verhältnis von Nationalsozialismus und Antike geschrieben. Es dokumentiert den Blick eines französischen und europäisch gesinnten Historikers auf Deutschland und sei­nen Umgang mit der Geschichte der antiken Kulturen und Imperien in einer der am besten er­forschten Epochen der Vergangenheit. ... ein eindrucksvolles Buch.« DAMALS

»Kenntnisreich, mit vielen Zitaten aus teilweise weniger bekannten Schriften fächert er die zentralen Themen und Ideologeme auf...« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Insofern schließt das Buch von Johan Chapoutot [...] eine wichtige Lücke: erstmals wird auf breiter und vielfältiger Quellenbasis dargelegt, welch wichtige Rolle die Antike im Geschichtsbild von Hitler, Himmler, Rosenberg und anderen NS-Größen eingenommen hatte.« Das Historisch-Poltische Buch

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