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Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart

Neuerscheinung



 

 

 

Oltmer, Jochen

Migration
Geschichte und Zukunft der Gegenwart

 

Migration ist ein Phänomen, das sich durch die Menschheitsgeschichte zieht. Welche Faktoren aber haben Migration und Flucht bedingt und beeinflusst, welche Formen hatten die räumlichen Bewegungen und von welchen Folgen und Effekten ist auszugehen? Jochen Oltmer macht die Geschichte der Migration fruchtbar für ein besseres Verständnis der Gegenwart.

 

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Migration – kein neues Phänomen, aber immer noch ein selten erforschtes Thema

von Jochen Oltmer


Der Themenkomplex Migration ist hochgradig politisch aufgeladen. Tag um Tag lässt es sich beobachten: Die einen verstehen Migration als Ergebnis von Krisen, Katastrophen und Defiziten – und ihre Folgen als Gefahr für Sicherheit, Wohlstand, gesellschaftliche und kulturelle Homogenität. Migration erscheint damit als Risiko, das dringend der intensiven politischen Vor- und Nachsorge bedarf.

Die anderen wiederum sehen vornehmlich Perspektiven für die Entwicklung neuer Potentiale am Arbeitsmarkt, aber auch ökonomische und gesellschaftliche Innovationen – im Zielland wie im Herkunftsland der Bewegungen. Nichts daran ist falsch: Migration verbindet sich wie jedes soziale Phänomen mit Chancen und Gefahren. Das Hauptproblem bleibt: Einseitige Positionierungen und Polarisierungen beherrschen das Reden und Schreiben über Migration. Und: Die Diskussion ist geprägt durch vielerlei Mythen. Aufklärung erscheint dringend als nötig.
Die deutschen, europäischen und globalen Migrationsverhältnisse werden insbesondere seit der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft breit diskutiert. Vornehmlich die intensiven Debatten seit 2015 um die globale Flüchtlingsfrage und deren Gewicht für Europäische Union und Bundesrepublik Deutschland haben die Aufmerksamkeit weiter wachsen lassen. Migration verspricht auch in Zukunft ein häufig thematisierter Gegenstand zu bleiben. Darauf verweist das weitreichende Interesse an Stellungnahmen über mögliche migratorische Effekte des Klimawandels, der Alterung der europäischen Gesellschaften, der Veränderung globaler Macht- und Konfliktkonstellationen oder des Mangels an Fachkräften für zunehmend komplexere und international eng vernetzte ›Wissensgesellschaften‹.
Welche räumlichen Bewegungen von Menschen aber lassen sich überhaupt als Migration fassen? Welche Hintergründe und Bedingungen führen zu Migrationen, auf welche Folgen muss man gefasst sein? Welche Grundmuster in den staatlichen und gesellschaftlichen Reaktionen auf Wanderungsbewegungen gibt es? Warum ist Europa ein Einwanderungskontinent, warum die Zahl der Asylsuchenden seit 2015 in der Bundesrepublik so stark angewachsen?

Auf diese und viele weitere Fragen muss die Migrationsforschung, die sich in den vergangenen Jahren in Deutschland und Europa als Forschungsrichtung mit ausgeprägtem inter- und transdisziplinären Interesse etabliert hat, Antworten geben können.
Dies muss auch geschehen in der Erkenntnis, dass sich Gegenwart und Zukunft Deutschlands, Europas und der Welt nur unter Berücksichtigung der Veränderung der Migrationsverhältnisse der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte zureichend beschreiben lassen. Die Beobachtung der aktuellen Situation ruft mithin nach einer Einordnung in die Geschichte der Migration. Erforderlich ist es dafür, lange Linien im Wandel der Migrationsverhältnisse herauszuarbeiten sowie nach Kontinuitäten und Brüchen zu fragen, um die Hintergründe, Bedingungen und Folgen von Migration in ihrer Komplexität erfassen zu können.

 

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