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Pivnik, Sam

Der letzte Überlebende

Wie ich dem Holocaust entkam

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  • Buch
  • Hardcover mit Schutzumschlag
  • 1018301
  • 978-3-8062-3478-7
  • 13.03.2017
  • Theiss
  • 296
  • 45 Illustrationen, schwarz-weiß
  • Deutsch
Sam Pivnik war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte - auch das Grauen von Auschwitz,... mehr
Beschreibung
Sam Pivnik war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte - auch das Grauen von Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch, den Schiffbruch der Cap Arcona. Unzählige Male entging er dem Tod. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, über seine Erlebnisse zu sprechen.

Aus dem Engl. von Ulrike Strerath-Bolz. 2017. 280 S. mit 45 s/w Abb., 14,5 x 21,7 cm, geb. mit SU. Theiss, Darmstadt.
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02.05.2017

Gegen das Vergessen – ein Überlebender erzählt

In diesem Buch erzählt Sam Pivnik,, der Sohn eines jüdischen Schneiders seine Lebensgeschichte.
Als Kind im Städtchen Bedzin erlebt er genau an seinem 13. Geburtstag dem 1 September 1939 den deutschen Überfall auf Polen und somit den Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Er wird mit seiner Familie deportiert Endstation Auschwitz.
Dort angekommen erlebt er unvorstellbar schlimme Greueltaten an sich und anderen Menschen, sieht viele Menschen ins Gas gehen.
Er kommt in ein anderes Arbeitslager und ist später beim Todesmarsch dabei.
Immer die Angst im Nacken das er dieses ganze Martyrium nicht überlebt.
Sam überlebt und es beginnt ein neues Leben welches durch die Vergangenheit geprägt ist.
Jedes dieser 15 Kapitel zeigt eindringlich, wazu dieses barbarische System fähig war.
Verlust der Heimat, der Familie, der Jugend.
Es hat Sam bis heute an einem richtig glücklichen unbeschwerten Leben gehindert.
Später im Alter als letzter Überlebender seiner Familie ist er in die alte Heimat gereist und stellte sich den Fragen der Schüler dort.
Die Erzählung eines Zeitzeugen welche immer weniger werden, ist besonders wichtig um diese Zeit unvergessen zu lassen.
Dieses Buch ist keine leichte Kost, und auch wenn ich schon seit der Schule gelehrt wurde, was für ein barbarisches System das Nazi Regime war, hat Sam´s Lebensgeschichte dieses noch einmal mehr verdeutlicht.
Ich musste oft im Lesen innerhalten und die Schilderungen verdauen.
So tief berührt war ich selten im Leben.
Und auch habe ich tiefe Dankbarkeit erfahren, daß ich in einer glücklichen Zeit leben darf.

Sam sagte:
"Manchmal werde ich gefragt: Warum haben Sie so lange gewartet, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam ? Das ist eine einfach Frage mit einer komplizierten Antwort."

Ich antworte:
Vielen Dank, Sam das Sie es getan haben, und somit dafür sorgen damit dieses Stück der Geschichte niemals vergessen werden wird!

Fazit:
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre gegen das Vergessen werden!

27.04.2017

Ich, Sam Pivnik, habe überlebt ...

Sam Pivnik wurde als Slamek Pivnik, Sohn des jüdischen Schneiders Ljebus und dessen zweiter Frau Fajgla am 1. September 1926 im oberschlesischen Städtchen Bedzin geboren. Just an seinem Geburtstag 1939 überfallen die Deutschen Polen und entfesseln damit den Zweiten Weltkrieg. In fünfzehn Kapiteln beschreibt er in eindrücklichen Worten, wie er in die Fänge der NS-Vernichtungsmaschinerie gerät, wie er als Häftling Nr. 135.913 mehrmals mit viel masel-tov dem Tod entkommt. Er berichtet über unvorstellbare Gräueltaten der SS und der ihnen untergeordneten Kapos, die alle nur ein Ziel haben, so viele Juden wie möglich „durch den Rauchfang zu schicken“. Immer wieder spielen die Richtungen „links“ oder „rechts“ eine lebenswichtige oder todbringende Rolle. Als endlich die Befreiung naht, werden die Häftlinge noch kreuz und quer durch das Deutsche Reich gekarrt und getrieben. Als alter Mann und letzter Überlebende seiner Familie kehrt er nochmals nach Bedzin zuück,um sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu stellen. Als einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen bringt er den Enkeln und Urenkeln der Täter die schrecklichen Geschehnisse näher. Viele von uns wissen über die Massaker Bescheid, doch eine Zahl von mehreren Millionen ermordeten Juden ist so abstrakt, dass man sich das kaum vorstellen kann. Ein persönlich erzähltes Schicksal kann hier vielmehr bewirken. Fazit: Ein großartiges Buch, um die Gräueltaten der Nazis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, obwohl das immer wieder gefordert wird.

27.04.2017

Das Grauen bekommt ein Gesicht...

DAS GRAUEN BEKOMMT EIN GESICHT...

Als mein Sohn 13 Jahre alt war, ging er in die 7. Klasse des Gymnasiums, traf sich mit seinen Freunden, spielte Fußball und Gitarre und erkundete allmählich die Welt der Computer. Mädchen waren noch recht uninteressant für ihn, und von Politik wusste er gerade einmal, wie das Wort geschrieben wird.

Sam Pivnik hatte auch eine ganz normale Kindheit, doch als er 13 Jahre alt wurde, bekam er die Folgen der Politik zu spüren. Die Wehrmacht marschierte in Polen ein, und das kleine oberschlesische Städtchen, in dem Sam mit seiner Familie wohnte, begann mit den Repressalien gegen die Juden. Zunächst schien der Alltag trotz allem weiterzugehen, doch schießlich wurden die Pivniks gemeinsam mit den anderen Juden in ein Ghetto gepfercht. Doch dabei blieb es nicht. Auschwitz, Mengele, Todesmarsch - nichts blieb dem Jungen erspart. Doch er lebte. Und überlebte. 14 Mal entging er dem sicheren Tod. Und entschloss sich mit seinen nunmehr 90 Jahren, das lange Schweigen über den Holocaust zu brechen.


"Manchmal werde ich gefragt: "Warum haben Sie so lange gebraucht, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam?" Das ist eine einfache Frage mit einer komplizierten Antwort."


Chronologisch erzählt Sam Pivnik hier die Geschichte seines Lebens, angefangen bei seiner armen, aber glücklichen Kindheit im Kreise seiner kinderreichen Familie. Erstaunlich, an wie viele Details sich der alte Mann noch erinnern kann - aber letztlich sind Erinnerungen das einzige, was ihm aus seinem früheren Leben geblieben ist. Mit Beginn der Repressalien wird der Schreibstil zunehmend distanzierter, so dass es zeitweise kaum noch wie eine persönliche Erzählung wirkt - aber wer will es Sam Pivnik verdenken? Es reicht, das Geschehen einmal erlebt zu haben und in seinen Albträumen notgedrungen wiederkehren zu lassen, in seinen Schilderungen ist es daher mehr als legitim, die Gefühle, die Verzweiflung, die Todesangst weitestgehend außen vor zu lassen.


"Was war das hier für ein Ort, an dem Männer mit dem Knüppel bewusstlos geschlagen wurden, nur weil sie eine höfliche Frage gestellt hatten? An dem Verrückte im Schlafanzug einem heimlich zuflüsterten, man solle ein falsches Alter angeben?" (S. 85)


Trotz der distanzierten Schreibweise schildert Sam Pivnik schonungslos die Geschehnisse, und wenn ich mein Kopfkino nicht im Griff hatte, konnte es passieren, dass mir beim Lesen schlecht wurde. Deshalb war es mir auch nicht möglich, das Buch hintereinander weg zu lesen, so dass ich die Zäsur am Ende eines der 15 Kapitel jeweils für eine Pause nutzte.

Eingebettet ist die persönliche Erzähung Sam Pivniks in die größeren politischen Ereignisse, die zu der jeweils geschilderten Zeit auftraten. So fällt es dem Leser leichter, das Schicksal des Autors in einen größeren Ereigniszusammenhang einzubetten. Zunächst fand ich das etwas irritierend, weil die Lektüre an diesen Stellen fast schon den Charakter eines Geschichtsbuchs erhielt, schließlich aber gefiel mir diese Vorgehensweise zunehmend gut.


"Wir gingen alle durch dieselbe Hölle, und man hätte denken können, dass uns das verband, uns eine Art Wagenburgmentalität, ein Gefühl von "wir und die" gab, aber so war das nicht. Die Angst spaltete uns, jeder kämpfte für sich allein." (S. 115)


Sams Erzählung beschränkt sich nicht allein auf den Holocaust, auf die perfiden Foltermethoden der Nazis, die Willkür, die Unberechenbarkeit, die Entmenschlichung. Er berichtet auch von dem "danach", denn obgleich der Albtraum ein Ende hatte, blieben die Narben, das Trauma, der Verlust. Die Orte von früher hatten ihre Seele verloren, und Sam hatte keine Idee, was er überhaupt tun, wohin er sich wenden sollte. Ohne Heimat, ohne Ziel war es für Sam schwer, überhaupt wieder Fuß zu fassen.

Und dann die Sache mit der Gerechtigkeit. Im Nachkriegseuropa wollten weder die Verlierer noch die Gewinner etwas von diesen Erfahrungen wissen. Vieles wurde unter den Teppich gekehrt oder geleugnet, ein großes Interesse an der Aufklärung der Gräueltaten gab es nicht. Holocaustopfer mussten einfach weiterleben, wo und wie auch immer. Doch obwohl Sam Pivnik hier eher einen deprimierenden Abgesang präsentiert, verblüfft er zwischendurch mit dem Versuch eines Verständnisses.


"... dass​ viele SS-Leute tranken, vor allem an den Nachmittagen und Abenden. Kein Wunder. Nach allem, was ich erlebt habe, empfinde ich kein Mitleid mit ihnen, aber heute ist mir klar, dass sie in demselben Albtraum gefangen waren wie ich." (S. 153)


Alles in allem ist dies ein beeindruckendes Zeugnis eines der letzten lebenden Zeitzeugen des Holocaust - und es ist trotz der eher distanzierten Schreibweise erschreckend und berührend. Allemal lesenswert!


© Parden

27.04.2017

spannende und bedrückende wahre Geschichte

"Der letzte Überlebende: Wie ich dem Holocaust entkam" ist der berührende und schockierende Bericht von Sam Pivnik, der als polnischer Jude erlebt wie die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschiert, dann das Leben seiner Familie immer mehr eingeschränkt. Im Todeslager Ausschwitz wird Sams ganze übrige Familie ermordet, nur er wird zum Arbeitsdienst ausgewählt und erlebt Jahre der Erniedrigung und Entbehrung.
Sams Geschichte ist spannend zu lesen, denn er erzählt authentisch aber ohne jede Verbitterung. Allerdings ist es kein Buch, das man am Stück lesen kann, denn die Thematik ist leider sehr erschütternd und nicht leicht zu verkraften. Neben der Todesmaschinerie der Nazis sind es immer wieder auch einzelne Menschen, die unnötigerweise andere schikanieren.
Gut gefällt mir auch, dass auch Sams Leben nach dem Kriegsende und sein Kampf gegen das Vergessen im Blick stehen. Einige Fotos in der Buchmitte machen das Erzählte noch plastischer.

27.04.2017

Beeindruckend

Sam wächst in Polen auf. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, genießt er eine normale Kindheit. Sein Vater ist Schneider, im Sommer fahren sie immer zu Verwandten. Sie sind nicht reich, aber sie haben alles, was sie brauchen. Doch schon im Prolog erfährt der Leser, dass von der Familie außer dem Erzähler niemand überleben wird. Durch den Prolog wird klar, worum es in dem Buch geht und auch bei den Beschreibungen der Vorkriegszeit klingt die Zukunft immer mit.
Am Ende des ersten Kapitels steht folgendes passendes Zitat: "Aber da gab es noch jemand anderen, der eine Idee vom Garten Eden hatte. Ein bayrischer Ex-Gefreiter [...]. Das einzige Problem bestand darin, dass er seinen Garten Eden in einem anderen Land errichten wollte. In meinem Land." (S. 31)
Sam wird zum Überlebenskünstler und entkommt dem Tod mehrmals, überlebt Auschwitz und die Bombardierung der Cap Arcona. Sicherlich keine leichte Lektüre, aber ein wichtiges Zeitzeugendokument, das zum Nachdenken anregt und uns daran erinnert, welche Schrecken die NS Herrschaft gebracht hat.

26.04.2017

Eine bemerkenswerte Geschichte über eine Welt voller Hass und Grauen

"Manchmal werde ich gefragt: Warum haben Sie so lange gewartet, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam ? Das ist eine einfach Frage mit einer komplizierten Antwort."


Sam Pivnik erzählt mit seinem Buch "Der letzte Überlebende" seine bewegende Lebensgeschichte, die mich zutiefst berührt und erschüttert hat. Als 13 jähriger wird er mit seiner Familie deportiert und nach einem kurzen Zwischenstopp im Ghetto schließlich nach Auschwitz gebracht. Was er dort erlebt, ist die schreckliche Fratze des Krieges - alle Juden, werden willkürlich misshandelt, missbraucht, selektiert, vergast. Letztendlich gilt das einzige Ziel, diese Menschen auszulöschen und zu vernichten.
Er muss an der Rampe arbeiten und zusehen, wie Frauen, Kinder, Männer in die Kammern des KZ geschickt werden. Sam hat als Jugendlicher Unvorstellbares durchgemacht und nur wie durch ein Wunder Hass und Verfolgung und somit das Vernichtungslager Auschwitz überlebt.
Es folgt die Aufnahme in ein anderes Arbeitslager und gegen Ende des Krieges der Todesmarsch zurück nach Westen. Aber er ist nur noch ein lebendes Skelett und hat kaum den Hauch einer Chance, nach Ende des Krieges zu überleben. Und doch wieder alles anders- Sam kann erneut dem Tod entrinnen und es beginnt eine lange Reise auf der Suche nach Heimat...


Obwohl draußen die Sonne scheint und es Frühling ist, habe ich beim Lesen Gänsehaut , habe geweint und mit Sam getrauert - um die verlorene Jugend, die verlorene Familie und den Verlust des lebenswerten Lebens. Die bemerkenswerten Schilderungen Sams gehen mir zu Herzen, berühren mich ganz tief drinnen und zeigen mir, dass Sams Vergangenheit niemals in Vergessenheit geraten darf.
Es ist die Geschichte eines tapferen Mannes, der dem Tod trotze, um zu überleben und mit seinem Buch ein Mahnmal gegen das Vergessen zu setzen.


Ich weiß nicht, ob Sam Pivnik Unheilig kennt, aber diese Liedzeilen passen hervorragend zu ihm und seiner Lebensgeschichte


Wir waren geboren um zu leben
mit den Wundern jener Zeit
Sich niemals zu vergessen
bis in alle Ewigkeit
Wir waren geboren um zu leben
für den einen Augenblick
Bei dem jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist

26.04.2017

Sam ist 13 als Hitlers Wehrmacht in Polen einmarschiert und Sam ist Jude

Die wahre Geschichte „Der letzte Überlebende“ von Sam Pivnik ist 2017 als deutsche Übersetzung im Theiss Verlag erschienen. Die englische Originalausgabe ist unter dem Titel „Survivor. Auschwitz, The Death March, and My fight for Freedom“ bereits 2012 erschienen.

Sam ist 13 Jahre alt als Hitlers Wehrmacht in seiner Heimat Polen einmarschiert und Sam, der damals noch „Szlamek“ hieß, ist Jude. Nach der Belagerung seines Heimatortes Bedzin und der Aussiedelung ins Ghetto „Kamionka“ kam er zusammen mit seiner Familie ins nur 40 Kilometer entfernte Arbeitslager in Oswiecim. Das Lager mit der Aufschrift: „Arbeit macht frei“: Auschwitz.

In seinem Buch, das er erst am Ende seines Lebens geschrieben hat, beschreibt Sam Pivnik, wie er dem Holocaust entkam.

„Mein ganzes Leben – und das aller anderen Menschen – ist eine Abfolge von Veränderungen, von Vielleicht und Was-wäre-wenn. Eins davon betrifft meine Geburt. Ich hätte auch in London geboren werden können. Dann hätte ich keinen Holocaust erlebt, keine Zerstörung und keinen der Schrecken,die mich manchmal in den Nächten heimsuchen.“

Ich weiß über unsere Geschichte Bescheid. Weiß über die Zeit des Nationalsozialismus und die Gräueltaten, die von Hitler und seinem Regime ausging. Doch die Schilderungen von einem Augenzeugen zu lesen, macht das ganze Grauen noch greifbarer. Gibt dem Tod ein Gesicht und hat mich an vielen Stellen des Buches zu Tränen gerührt. So habe ich, neben Sams Geschichte, von Kleinkindern auf der Todesrampe gelesen, von dem Kindertransport aus Frankreich, von dem nur mit Namen bestickte Kleidungsstücke in Auschwitz/Birkenau übrig geblieben sind. Ich war gedanklich neben den wahllosen Erschießungen im Quarantäneblock, ich war Teil der Schikanen der SS-Offiziere und ich hatte mehrmals Dr. Mengeles behandschuhten Finger vor Augen, der nach rechts oder links zeigt: rechts heißt Leben links, heißt Gaskammer.

„Rückblickend muss ich sagen, dass viele SS-Leute tranken, vor allem an den Nachmittagen und Abenden. Kein Wunder. Nach allem, was ich erlebt habe, empfinde ich kein Mitleid mit ihnen, aber heute ist mir klar, dass sie in demselben Albtraum gefangen waren wie ich.“

Sam Pivnik hat mich mitgenommen auf seinen persönlichen Todesmarsch nach Norddeutschland und ich konnte mir die Schiffe, die im Meer auf die „befreiten“ Überlebenden warteten bildlich vorstellen. Sam hat überlebt, doch von seiner Familie ist nur sein großer Bruder Nathan am Leben geblieben.

„...Menschen, die alle Hilfe der Gesellschaft brauchten. Aber die Gesellschaft halt ihnen eben nicht.“ Ich kann Sams berührende Geschichte nur jedem ans Herz legen und würde mir wünschen, dass die Stimmen der Augenzeugen nie verstummen, damit so etwas nie wieder geschehen kann. Lasst uns niemals wieder vergessen den Menschen zu helfen, die unsere Hilfe am meisten brauchen.

26.04.2017

Ein langes Leben

Beschreibung:
Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte - auch das Grauen von Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch, den Schiffbruch der Cap Arcona. Unzählige Male entging er dem Tod. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Sam Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.

Der Autor:
1926 geboren, wächst Sam im schönen oberschlesischen Städtchen Bedzin auf. Am 1. September 1939, Sams 13. Geburtstag, überfallen die Deutschen Polen. Über das, was dann geschah, hat Sam Pivnik lange geschwiegen. Er lebt heute in einem Seniorenheim in London.

Meine Meinung:
Was für ein Buch, was für eine Lebensgeschichte.
Sam ist 13, als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschiert. Die Leute denken, dass bald Hilfe von Seiten der Franzosen oder Briten kommen wird, aber niemand ist da, um ihnen zu helfen. Um das Grauen abzuwenden, das sich mehr und mehr verbreitet.

Sam und seine Familie werden vertrieben und kommen dann nach Auschwitz-Birkenau. Er ist gerade mal 16. Seine Kinder- und Jugendjahre hat er wohlbehütet mit den Eltern, Geschwistern und der Großmutter verbracht. Doch von heute auf morgen ist all das vorbei. Es ist vorbei, ein normaler, Fussball spielender Junge zu sein, es ist vorbei, in der Schule zu lernen oder zu lachen. Denn nun erlebt er die Hölle auf Erden, eine Hölle, die "Menschen" geschaffen haben.
Er verliert seine Familie und sieht jeden Tag das absolute Grauen, das niemand auch nur erleben sollte.

Ich muss sagen, dass ich beim Lesen öfter tief durchatmen musste, und dass mir auch Tränen in den Augen standen. Zu erschütternd, zu schlimm sind die Ereignisse, die Sams junges Leben bestimmt haben. Da fragt er sich zurecht, wo Gott zu dieser Zeit war.
Es ist unglaublich, wie oft er überlebt hat, welch starken Lebenswillen er in sich hatte, wie er sich schlau und verbissen durch diese Welt des Todes, der Folterungen und der Unmenschlichkeit gekämpft hat.
Neben Auschwitz hat er zudem noch auf einem anstrengenden und kräftezehrenden Todesmarsch und dem Schiff Cap Arcona ums Überleben kämpfen müssen, das von den Briten bombardiert wurde.
Wie viel kann ein Mensch ertragen?

Mich hat es unfassbar traurig gemacht, was Sam alles verloren hat. Seine Unbeschwertheit, seine Jugend, seine Familie, sein Zuhause, seine Hoffnungen. Aber selbst jetzt noch, ist er ein Kämpfer. Ein Mensch, der überlebt hat, und der Welt erzählt, was sich damals zugetragen hat. Gegen das Vergessen, gegen Ignoranz.

Für all das, was damals geschehen ist, gibt es keine Wiedergutmachung, keine Entschuldigung. Ein Stück Geschichte, das es niemals hätte geben dürfen.

In dem Buch findet man auch Bilder und Zeichnungen, die das Ganze noch untermalen.

Bedrückend und niederschmetternd.

5 Sterne.

26.04.2017

Bewegender Bericht eines Zeitzeugen, der das Grauen überlebt hat. Empfehlung

Sam Pivnik ist Jude, er ist noch ein Jugendlicher als die Deutschen in Polen einmarschieren. Bis zu diesem Zeitpunkt lebt er beschützt mit seiner Familie in einem kleinen polnischen Städtchen. Die Familie ist geachtet und der Vater, als Schneider tätig, übt einen Beruf aus, der für viele von Nutzen ist.

Er berichtet von seinem Leben als alles noch normal war und was passiert als sich auf einmal alles ändert. Er kam ins schlimmste aller Vernichtungslager und berichtet von seinen Erfahrungen dort, die sehr vieles umfassen. Er gibt einen Einblick in die Situation, die Willkür und gestattet einen Blick auf einige der schlimmsten Verbrecher. Er erlebt und überlebt Mengele und viele andere. Er erlebt den Todesmarsch und ein weiteres tragisches Unglück auf dem Schiff Cap Arcona. Seine komplette Jugend verbringt er unter dem Zwang der Nazis.

Nach dem Ende des Krieges und nachdem viele Jahre vergangen ist spricht er über seine Erlebnisse.

Während dem Lesen:

Dieses Buch bewegt vieles und auch den Leser. Die Geschichte und die Erlebnisse haben mich sehr berührt und des Öfteren habe ich mich fassungslos gefragt, wie viel ein Mensch ertragen kann. Das Buch ist definitiv keine leichte Kost, ich musste mehrmals Pausen machen, weil das beschriebene Grauen schon beim Lesen schwer zu ertragen war. Auf der anderen Seite musste ich das Buch aber auch immer wieder in die Hand nehmen um zu lesen wie es weitergeht und wie Sam es geschafft hat zu überleben.
In der Theorie wusste ich vieles von dem Grauen, das in diesem Buch beschrieben ist, es als Erlebnis zu lesen ist dennoch etwas ganz Anderes und ändert den Blick auf die Zeit und die Geschehnisse.

Nach dem Lesen:

Das Buch wirkt nach, ich denke noch oft über das, was ich gelesen habe nach. Die Schilderung der Erlebnisse ist deutlich realer als jedes Sachbuch über dieses Thema und jeder Besuch in einem Museum, daher finde ich es sollte zur Standardlektüre werden, da die schreckliche Zeit und dieses furchtbare Thema so eher begreifbar wird.

Fazit:

Ein sehr wertvolles Buch, das mich tief bewegt hat und das einen tiefen Einblick in diese grausame Zeit gibt. Ein Erfahrungsbericht, der nicht geschönt ist und einen fühlbaren Einblick gibt und zeigt wie perfide die nationalsozialistischen Methoden waren und warum sie so gut funktioniert haben. Darüber hinaus ist es die tragische Geschichte einer ganzen Familie, die sicherlich typisch für eine jüdische Familie in der damaligen Zeit war und damit ein wichtiges Zeitzeugnis ist, damit man nicht vergisst.

13.03.2017

Dahinter steckt wahres Herzblut,,, und wahrer Herzschmerz.

Ich muss sagen, dass mich das Buch wirklich von der ersten Minute, von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Dadurch, dass Buch ein Tatsachenbericht ist, konnte ich mich viel besser in die Geschehnise hineinversetzen.
Manchmal fast schon zu gut.
Sam beschreibt sein Leben, wie es am dem 13. Lebensjahr verlaufen ist. Dieses Leben, wie man es nicht mal seinem schlimmsten Feind wünscht.
Gerade, weil mein eigener Sohn auch in diesem Alter ist, habe ich nicht nur einmal geschluckt. Ich wollte und kann mir auch heute noch nicht vorstellen, wie es wäre, wenn meinem Kind so etwas zustoßen würde.
Sam, der seine persönliche Lebensgeschichte erzählt, beschreibt bis ins kleinste Detail, was er damals erlebt hat. Er beschreibt Dinge, die wir uns selbst vermutlich nicht mal mehr vorstellen können.
Nuicht nur einmal entging er dem Tod. nicht nur einmal, hat er sich selbst nach diesem gesehnt.
Das Buch hat es wirklich geschafft, Emotionen in mir hervorzurufen, die ich schon lange nicht mehr gespürt habe.
Genauer gesagt seit "Wir waren doch noch jung" ... obwohl dieses Buch schon wirklich nicht einfach war, war es bei diesem Werk noch ... intensiver.
Dadurch, dass es sich nicht ausschließlich um Fiktion handelt, sondern um einen Tatsachenbericht, hat das Buch einen noch emotionaleren Wert.
Ich habe an mancher Stelle wirklich meine Vorstellungskraft verflucht und wollte sie am liebsten loswerden.
Sam Pivnik beschreibt in seinem Buch nicht nur seine eigene Geschichte, sondern die Geschichte zur Vernichtung der Juden in Europa.
Gerade diese Handlungsstränge haben mich nicht nur einmal schlucken lassen. Gefolgt von aufkommendem Respekt für einen Mann, der sich nie hat brechen lassen. Er hat stehts versucht, seine Würde zu behalten.
Obwohl ich ihn nicht persönlich kenne, hatte ich den Eindruck, dass er genau das geschafft hat.

Nach der Befreiung aus den Lagern, fand er wirklich zu sich selbst. Er wanderte nach Israel aus, schilderte seine Lebensabende nach all diesen Erlebnissen.
Und eines ist nicht nur ihm klar, sondern auch mir als Leser: Vergessen können, wird man diese Zeit nie, auch wenn man sie nicht selbst erlebt hat.

01.03.2017

Ergreifende Geschichte

"Manchmal werde ich gefragt: "Warum haben Sie so lange gebraucht, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam?" Das ist eine einfache Frage mit einer komplizierten Antwort." Sam Pivnik
Das steht auf dem Cover 1926 geboren, wächst Sam in Oberschlesien auf. Am 1. September 1939 überfallen die Deutschen Polen. Über das, was dann geschah, hat Sam Pivnik lange geschwiegen.
An Pivniks 13. Geburtstag erleben er und seine Familie im oberschlesischen Będzin im Zeitraffer, wie sich das jüdische Städtchen in die Hölle auf Erden verwandelt: Bombenterror, Einmarsch der Deutschen, Verhaftungen und Erschießungen, die Einrichtung des Ghettos, Deportationen. „Innerhalb von sieben Tagen war die Welt, die wir kannten, verstanden und liebten, verschwunden.“
Das Cover führt den Leser direkt in die Geschichte, ohne Umschweife weiß er sofort, worum es in diesem Buch gehen wird. Ergänzt wird das Buch, eher ein Bericht als ein Roman, von zahlreichen Fotos und Karten, die das Verständnis für nicht so historisch bewanderte Leser erleichtert.

Sam Pivnik erzählt dem Leser aus der Ich-Perspektive heraus seine schlimmen Erlebnisse von. Ein krasser Schnitt von einer friedvollen Kindheit zu einer Zeit als Jugendlicher, geprägt von Hölle der NS-Zeit. Vom Lageralltag wird berichtet;
von täglichen Schikanen und den Versuchen, bei alldem einen Rest Würde zu behalten. Der Leser muss durch die grausamen Details des KZ-Alltags.
„Nach rechts bedeutete Leben. Nach links bedeutete Tod im Gas. Keine Erklärungen, keine Begründungen. Nur eine lässige Bewegung eines Fingers in einem makellos sauberen Handschuh. Rechts, links, links, rechts, links, links.“ So beschreibt Sam Pivnik die Selektion an der berüchtigten „Rampe“ von Auschwitz.

Es ist nicht nur die Geschichte von Pivnik und seiner Familie, sondern auch die Geschichte der Vernichtung der europäischen Juden.
Es folgen die Befreiung des Lagers, Pivniks Auswanderung nach Israel, das Abtauchen vieler Nazis und der Wunsch nach aktiver Auseinandersetzung mit dieser unglaublichen Thematik.

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»Manchmal werde ich gefragt: ›Warum haben Sie so lange gebraucht, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam?‹ Das ist eine einfache Frage mit einer komplizierten Antwort.« Sam Pivnik mehr
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»Manchmal werde ich gefragt: ›Warum haben Sie so lange gebraucht, um Ihre Geschichte zu erzählen, Sam?‹ Das ist eine einfache Frage mit einer komplizierten Antwort.« Sam Pivnik

»Ein wichtiges Buch, das nicht nur die oftmals geleugneten Details der Nazi-Vernichtungsmaschinerie offenlegt, ein Buch, das die Überlegungen des Sam Pivnik in jeder Schulklasse und in jedem Geschichtsunterricht Deutschlands widerhallen lassen sollte. (...) Lesen Sie seine Geschichte.« Saarländischer Rundfunk

»Sam Pivnik gibt in seiner Autobiografie den zu Nummern degradierten Opfern ihre Gesichter und Geschichten zurück. Ein wichtiger Zeitzeuge, dessen eindringlich geschilderte Erinnerungen nicht nur historische Einblicke gewähren, sondern auch als Plädoyer für Gerechtigkeit und Menschlichkeit beeindrucken.« büchermenschen

»Sehr berührend und lesenswert.« Buchjournal extra

»Der Theiss Verlag legt mit diesem Buch ein wichtiges Dokument zur Erinnerungskultur wie auch zur Aufmerksamkeit gegenüber Menschenrechten in jeder Generation vor.« literaturoutdoors.wordpress.com

»Die wahre Geschichte eines Mannes, dessen Familie von den Nazis ausgelöscht wurde und der die Schrecken der Konzentrationslager selbst erlebt hat.« La Repubblica

»Er vermittelt meisterhaft die grauenhafte Absurdität der nationalsozialistischen Mentalität und die absolute Verzweiflung der KZ-Häftlinge.« Kirkus Review

»Ein lebendiges, greifbares Zeugnis der Schrecken von Auschwitz.« Sunday Times

»Selten lässt sich eine so klare Leseempfehlung für eine Autobiographie aussprechen wie für die des Sam Pivnik.« literaturmarkt.info

»Es sollte Pflichtlektüre für jede Generation werden.« ekz bibliotheksservice
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