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Howard, Douglas A.

Das Osmanische Reich

1300–1924

Das Osmanische Reich
34,00 €
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  • Buch
  • Hardcover mit Schutzumschlag
  • 1020367
  • 978-3-8062-3703-0
  • 18.04.2018
  • wbg Theiss
  • 480
  • 45 Illustrationen, schwarz-weiß;10 Karten
  • Deutsch
Dieser Band bietet eine vollständige Darstellung des Osmanischen Reiches von seinen Anfängen im nachmongolischen Eurasien bis zu seiner Auflösung nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei wählt er einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt die osmanische Perspektive - was dieses Reich war, wie es entstand und wie es zerfiel. Douglas A. Howard hebt... mehr
Beschreibung
Dieser Band bietet eine vollständige Darstellung des Osmanischen Reiches von seinen Anfängen im nachmongolischen Eurasien bis zu seiner Auflösung nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei wählt er einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt die osmanische Perspektive - was dieses Reich war, wie es entstand und wie es zerfiel. Douglas A. Howard hebt die entscheidende Rolle der Osmanensultane und ihres erweiterten Hausstandes hervor, erläutert die Entwicklung des reichsweiten Finanzsystems und analysiert besonders beliebte Werke der osmanischen Literatur. Besonders akzentuiert werden die Spiritualität, das Raum-und Zeitempfinden, Gefühlsgeschichte, Migration, Gewalt, Krankheit, Seuchen und Katastrophen. Das mit über 80 Abbildungen, Karten und Textkästen ausgestattete Sachbuch stellt dar, wie die Menschen in osmanischer Zeit ihren Tag verbrachten, sich zur Obrigkeit stellten, ihr Geld verdienten und ihren Sinn für Humor wie auch ihr Schönheitsgefühl bekundeten.

Aus dem Engl. von Jörg Fündling und Michael Reinhard Heß. 2018. 480 S. mit 45 s/w Abb., 10 Kt., Glossar, Bibliogr. und Reg., 15,5 x 23 cm, geb. mit SU. Theiss, Darmstadt.
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  • Zusätzliche Inhalte
  • Präsentationen
Autorenportrait
»Ausgehend von den Ruinen als Metapher führt uns Douglas Howard auf eine faszinierende Reise durch die politische, spirituelle und literarische Welt der Osmanen. Diese packende Erzählung - reich bebildert mit Karten und Fotografien ... sollte zur Standardlektüre werden.« Virginia Aksan, Lehrstuhlinhaberin für Geschichte, McMaster University... mehr
Pressestimmen
»Ausgehend von den Ruinen als Metapher führt uns Douglas Howard auf eine faszinierende Reise durch die politische, spirituelle und literarische Welt der Osmanen. Diese packende Erzählung - reich bebildert mit Karten und Fotografien ... sollte zur Standardlektüre werden.« Virginia Aksan, Lehrstuhlinhaberin für Geschichte, McMaster University

»Douglas Howards solide und zugleich mitreißende Geschichte präsentiert das weitverzweigte Osmanische Reich in seiner ganzen Komplexität. Von besonderem Wert ist, wie er osmanische Dichter und Chronisten sprechen lässt, um die religiöse Rhetorik und spirituelle Empfänglichkeit vorzuführen, die die imperiale Vorstellungswelt der osmanischen Welt durchdrangen.« Palmira Brummett, emeritierte Professorin, Brown University

»Howards Geschichte des Ostmanischen Reichs bietet einen innovativen Zugang, der allgemein interessierte Leser ebenso ansprechen sollte wie ein akademisches Publikum. Der einmalige Aufbau des Buches, dessen Kapitel je ein Jahrhundert des islamischen Kalenders behandeln, streicht den wechselnden Zeitgeist heraus. Verflochten mit Politik, Wirtschaft und Kriegsgeschichte werden spirituelle Fragen, dichterische Empfänglichkeit und die Geschichten ausgefallener Individuen.« Leslie P. Peirce, Professor für Geschichte, nahöstliche und Islamstudien, New York University

»Dies ist ein wunderschönes Buch, nicht allein eine Geschichte des Osmanischen Reiches von Anfang bis Ende, sondern auch eine Geschichte der Osmanen selbst. Ohne die politische Chronologie, die Entwicklung der Institutionen oder sozioökonomische Vorgänge zu vernachlässigen, zeigt Howard die menschliche Seite der Osmanen, indem er Fragen der Kultur, Religion und Identität in den Vordergrund rückt. So verschafft er Studierenden und einem allgemein interessierten Publikum Zugang zu ihnen, gestützt auf längere Übersetzungen aus osmanischen Texten, Abbildungen, Karten und Verweise. Auf der Grundlage osmanischer Quellen und einer reichen Auswahl neuerer Forschungsliteratur tritt das Buch den Stereotypen vom schrecklichen Türken, von Harems, Zwangsbekehrung und Dekadenz entgegen und stellt eine Besetzung berühmter und weniger bekannter Personen samt Taten und Motiven vor.« Linda Darling, Professorin für Geschichte, University of Arizona

»Professor Howard hat eine ausgesprochen tief schürfende Studie der Entwicklung und der Zerstörung des osmanischen Projekts vorgelegt. Sein Buch verbindet große Gelehrsamkeit mit bemerkenswerter Blickschärfe. Anders als so viele Beispiele akademischer Prosa ist es gut und klar geschrieben, und darüber hinaus verrät das Werk eine Demut gegenüber seinem Gegenstand, die nicht häufig ist. Das Buch ist Forschungsfortschritt und Synthese des bisher von Gelehrten Erreichten zu gleichen Teilen. Ich werde die Lektüre dieses Buches von meinen Studierenden erwarten – es ist das großartige Buch eines großartigen Gelehrten.« Rudi Lindner

»Ein fesselnd geschriebenes Buch mit großer erzählerischer Kraft und hohem analytischem Sachverstand, welches das Osmanische Reich gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in der Türkei in ein neues ...
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Bewertungen
28.09.2018

Ein Thema mit einem derart langen Untersuchungszeitraum kann nur in Grundzügen behandelt werden, was dem Autor in weiten Teilen auch gelingt. Der Text wird immer wieder von Bildern aufgelockert, zum besseren Verständnis nach wichtigen Gebietsgewinnen und

In diesem opulenten Werk stellt der Historiker Douglas A. Howard die Grundzüge des Osmanischen Reiches, das über Jahrhunderte ein Machtfaktor im Nahen Osten, dem östlichen Mittelmeerraum und Südosteuropa war, vor.
Ab 1299 machte Osman I. sein Fürstentum zunehmend unabhängig vom Reich der Rum-Seldschuken. Aus Kleinasien her erfolgte die Gründung und Ausweitung des osmanischen Staates unter Osman I (1299-1326) und seinem Sohn Orchan (1326-1369). Osman gewann nach und nach die Oberhand über die benachbarten türkischen Stämme und erweiterte seinen Herrschaftsbereich auf Kosten des Byzantinischen Reiches. Die Schwäche des Byzantinischen Reiches begünstigte in den folgenden Jahrzehnten den Anstieg der osmanischen Macht, die nach einer Heeresreform weit in das Gebiet der Balkanhalbinsel vorstoßen konnten. Nach dem erneuten Sieg auf dem Amselfeld 1448 und die Vernichtung einer Kreuzzugsheeres unter dem ungarischen König Sigismund bei Nikopolis 1396 waren die Grundlagen zur Eroberung Konstantinopels gelegt, die unter Sultan Mehmed II. in Angriff genommen wurde und schließlich 1453 realisiert wurde. Das Osmanische Reich konnte mit der Eroberung Konstantinopels seine Herrschaft an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien konsolidieren und legte den Grundstein für seine weitere Expansion. Konstantinopel wurde zur Hauptstadt des neuen Osmanischen Reiches, das in Istanbul umbenannt wurde.
Unter Mehmed II. und seinen Nachfolgern wurde das Prinzip der Unteilbarkeit der Herrschaft im Osmanenreich eingeführt, wodurch alle Mitglieder der herrschenden Klasse dem Willen des Sultans unterworfen wurden. Selim I. schaffte es, das Osmanische Reich entscheidend auszudehnen: Syrien und Ägypten fielen dem Osmanischen Reich zu, das sich in seiner Ausbreitung verdoppelte. Mit der Eroberung islamischer Kernländer fiel den Osmanen das geistige, administrative und künstlerische Erbe der islamischen Kultur anheim, das ihnen bisher nur durch die Seldschuken zugekommen war.
Die Belagerung Wiens sicherte seinem Sohn Süleyman die Beherrschung Ungarns. Ungarn wurde zu einem Teil des osmanischen Reiches, was die Habsburger 1547 in einem Vertrag bestätigten. Nunmehr grenzten die beiden Großmächte unmittelbar aneinander, was zu fortwährenden Grenzkonflikten führte. Die osmanische Expansion nach Mitteleuropa kam jedoch vorläufig zu einem Stillstand. Süleyman beschließt die Blütezeit der osmanischen Herrschaft. In der osmanischen Überlieferung gilt er einerseits als Feldherr und Krieger, andererseits aber auch als weiser Gesetzgeber und Staatsmann. Nach Süleyman geriet das Osmanische Reich in eine Phase des Niedergangs, die auf die wachsende Machtlosigkeit der Sultane zurückzuführen war. Bereits unter Süleyman wurde zur Entlastung des Sultans das Amt des Großwesirs geschaffen. Korruption und Nepotismus breiteten sich zunehmend aus und zerstörten die Institutionen des Reiches. Der Krieg gegen die Armeen der katholischen Liga von 1683 bis 1699 endete im Frieden von Karlowitz, der für das Osmanische Reich eine Schwächung bedeutete. Das Osmanische Reich musste ganz Ungarn einschließlich Siebenbürgens ohne das Banat von Temesvar, sowie den Großteil Kroatiens an Österreich abtreten.
In den 109 Jahren zwischen der zweiten Belagerung von Wien und dem Frieden von Jassy im Jahre 1792, in denen das Osmanische Reich 41 Jahre lang in Kriege verwickelt war, ging es für nun darum, den Bestand des Reiches zu wahren und die Verfallsperiode zu überdauern. Als Verbündeter Habsburgs in dem Kampf gegen die Türken fungierte jetzt das an die Stelle Polens getretene Russland, das ans Mittelmeer vorzustoßen versuchte. Unter Achmed III. setzte eine Welle der Europäisierung ein, die ihre Kulmination in der von 1717 bis 1730 währenden „Tulpenzeit“ erfuhr.
Unter der Herrschaft Abd ül-Hamids I. (1773-1789) gelang Russland dann endgültig der Durchbruch als Vormacht am Schwarzen Meer. Russland, das immer mehr als Schutzmacht der orthodoxen Länder auf dem Balkan auftrat, verstärkte seine Expansionspolitik gegenüber dem Osmanischen Reich. Im Krieg gegen das Osmanische Reich musste Russland schließlich aufgrund der internationalen Lage in den Frieden von Jassy im Jahre 1792 einwilligen, der ihm den Gewinn des Gebietes zwischen Bug und Dnjestr sicherte. Mit der Herrschaft Selims III. (1789-1807) endete die Verfallsperiode der Türkei und es setzte eine erste Phase von Reformen ein, die dem Osmanischen Reich eine neue Basis sozialer und politischer Art gab. Dieses das 19. Jahrhundert umspannende Reformwerk wurde von Sultan Selim III. eingeleitet und von Machmud II. fortgesetzt. Beide Reformer standen dabei noch in der Tradition alter osmanischer Reformvorstellungen bei ihrem Bestreben, durch die Beseitigung von Korruption und Nepotismus den alten Institutionen wieder neue Funktionen zu verleihen. Die militärische Überlegenheit der Europäer zwang Selim III. zu umfangreichen Militärreformen, die auch von Machmud II. durchgeführt wurden. Nach dem Tode Machmud II. folgte ein Sohn Machmuds II. als Abd ül-Medschid I. (1839-1861), der sich gegen Vorstöße Muhammad Alis, zu dem die türkische Flotte nach seinem Sieg übergegangen war, wehren musste. Daraus entwickelte sich 1839 bis 1841 die orientalische Krise. In dem Krieg zwischen Muhammad Ali und dem Sultan wurde Ägypten von Frankreich unterstützt, während der türkische Sultan Hilfe von England und Russland erhielt. Zwischen 1836 und 1876 wurden die Reformen in einem umfangreichen Gesetzgebungswerk verankert, dem Tanzimat, weshalb die folgende Phase in der Geschichte des türkischen Reiches als Tanzimat-Periode bezeichnet wurde. Im Tanzimat wurde die Abschaffung der Steuerpacht vom Sultan versprochen, ferner die allgemeine Rechtssicherheit und Steuerreformen. Nach europäischem Muster wurden jetzt Recht, Verwaltung und Schulwesen ausgebaut. Der bis 1856 andauernde Krimkrieg endete mit der Niederlage Russlands. Im Frieden von Paris am 30.3.1856 wurde die Unabhängigkeit der Türkei von den europäischen Großmächten garantiert, ferner wurden die Dardanellen für russische Kriegsschiffe gesperrt.
Abd ül-Hamid II, der bis 1909 die Geschicke des Osmanischen Reiches bestimmte, verkündete sogleich nach seiner Thronbesteigung eine von dem Großwesir Midhat Pascha und Hüseyin Avni Pascha ausgearbeitete Verfassung (Gleichheit vor dem Gesetz ohne Unterschied der Religion, Freiheit der Religionsausübung, Gewährung der Pressefreiheit, Sicherheit der Person und des Eigentums). Es wurde ein aus zwei Kammern bestehendes Parlament geschaffen, dessen Machtbefugnisse in der Legislative jedoch sehr eingeschränkt waren. Für die Massaker an den Armeniern von 1894–1896 war Sultan Abdülhamid II. verantwortlich. Die Massaker begannen in der Region Sason und wurden dann auf alle armenischen Siedlungsgebiete ausgeweitet. Seit 1906 fing in der Türkei die jungtürkische Opposition an, eine rege Untergrundtätigkeit zu entfalten. 1907 schließen sich die verschiedenen Widerstandsgruppen zum „Komitee für Einheit und Fortschritt“ zusammen, das rasch Rückhalt in der gesamten Türkei fand. Die „Balkankriege“ fanden in den Jahren 1912 und 1913 im Vorfeld des Ersten Weltkriegs statt. Als Folge wurde das Osmanische Reich in Europa bis in die heutigen Grenzen der Türkei verdrängt und musste große Gebiete an die Nachbarländer abtreten.
Während des 1. Weltkrieges kämpfte das osmanische Reich auf der Seite der Mittelmächte, was auf die engen Verbindungen zwischen der Türkei und dem Deutschen Reich während der vorangegangenen Jahre zurückzuführen war. Unter dem Vorwand einer Umsiedlungsaktion wurde ein großer Teil der im Reichsgebiet lebenden Armenier ermordet oder starb während der Vertreibung in die syrische Wüste. Insgesamt wurden 1915 bis 1917 ca. 300.000 bis 1,5 Millionen Armenier getötet, was international als Völkermord angesehen wird. Auch an den Aramäern und Assyrern wurde ein Genozid begangen. Nach der Niederlage der Mittelmächte verlor das Osmanische Reich infolge des Friedensvertrages von Sèvres seine verbliebenen Gebiete außerhalb von Anatolien und Thrakien. Darüber hinaus sollte das Gebiet der heutigen Türkei weitgehend zerstückelt werden. Nach der Einstellung des Kampfes gegen Griechenland kam es zu ethnischen Säuberungen in Griechenland und der Türkei, dabei wurden „Türken“ von griechischem Territorium und „Griechen“ von türkischem Territorium vertrieben, wobei die Griechen in Istanbul und die Muslime in Westthrakien davon ausgenommen waren.
Es regte sich der "Nationale Widerstand", an deren Spitze sich Mustafa Kemal setzte. Der "Nationale Widerstand" begann als Partisanenkrieg: Bewaffnete Widerstandsgruppen, die Kuvayı Milliye begannen im Mai 1919 dezentral organisiert die griechische Armee zu bekämpfen, die kurz zuvor Izmir besetzt hatte. Die Kuvayı Milliye bestanden aus desertierten Offizieren der osmanischen Armee, ehemaligen Anhängern der Jungtürken und anderen Freiwilligen.
Nach der Gründung der Großen Nationalversammlung in Ankara wurden die Kuvayı Milliye dann mit der neu gegründeten türkischen Armee vereint. Seine Anhänger und andere nationale Kräfte hatten bereits bei der Parlamentswahl im Dezember 1919 die Mehrheit gewonnen und eine Reihe von Gesetzen beschlossen, die den Interessen der Alliierten entgegenstanden. Als Istanbul im März 1920 dann von Großbritannien besetzt wurde und führende Abgeordnete verhaftet wurden, löste der Sultan das Parlament auf. Unter der Führung Mustafa Kemals trafen sich die Abgeordneten daraufhin im heutigen Ankara und gründeten am 23. April 1920 die Große Nationalversammlung der Türkei. Sie erklärte den Vertrag von Sèvres für ungültig und die Istanbuler Regierungsvertreter zu Hochverrätern. In Ankara und Istanbul standen sich fortan zwei Regierungen gegenüber. Im Januar 1921 verabschiedeten die Abgeordneten in Ankara dann eine neue Verfassung, in der sie das Volk zum Souverän erklärten. Die Nationalregierung unter Mustafa Kemal Pascha konnte sich letztlich durchsetzen, es wurde 1923 als Nachfolgestaat die Republik Türkei gegründet.


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