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Stegmaier, Werner

Nietzsches ›Genealogie der Moral‹

Nietzsches ›Genealogie der Moral‹
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  • Buch
  • B233823
  • 978-3-534-23382-3
  • wbg Academic
  • 284
  • Deutsch
Nietzsches ›Genealogie der Moral‹ ist eine ›Streitschrift‹: Er provoziert ›die Moral‹ so, dass sie sich als das kompromittiert, wogegen sie stets zu kämpfen glaubte, als ›Willen zur Macht‹. Die abendländisch-christliche Moral hatte sich, so Nietzsche, zu der Instanz erhoben, die alle Macht rechtfertigt, und sich auf diese Weise selbst als Macht... mehr
Beschreibung
Nietzsches ›Genealogie der Moral‹ ist eine ›Streitschrift‹: Er provoziert ›die Moral‹ so, dass sie sich als das kompromittiert, wogegen sie stets zu kämpfen glaubte, als ›Willen zur Macht‹. Die abendländisch-christliche Moral hatte sich, so Nietzsche, zu der Instanz erhoben, die alle Macht rechtfertigt, und sich auf diese Weise selbst als Macht tabuiert. In drei Abhandlungen verfolgt er sie in ihre außermoralischen Ursprünge hinein, in ihre Herkunft aus der Ohnmacht, aus der Grausamkeit und aus dem Leiden. Indem er die Forderung nach äußerster Wahrhaftigkeit, die sie in zweitausend Jahren herangezüchtet hat, zuletzt gegen sie selbst wendet, bricht er ihre Selbstgerechtigkeit auf und zwingt sie zur Selbstaufhebung. Damit ist aber zugleich das Denken im Ganzen betroffen. Nietzsche begreift die Moral so, dass das Denken nicht über sie verfügt, sondern selbst von ihr beherrscht wird. Seine Kritik der Moral ist daher auch eine Befreiung des Denkens, die wiederum eine Erneuerung der Moral möglich macht.

Sonderausgabe der 1. Aufl. 1994. XIII, 267 S., kart.
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Autorenportrait
»Nach einleitenden Abschnitten zur Perspektivierung der Moral, zur Stellung der ›Genealogie‹ im Gesamtwerk, zum Vorhaben und Ausgestaltung des Werkes selber setzt die gründliche, werknahe Aufhellung des eigentlichen Inhalts ein. Zunächst springt der Verfasser von der Vorrede aus in die zweite Abhandlung ›Schuld‹, ›schlechtes Gewissen‹ und... mehr
Pressestimmen
»Nach einleitenden Abschnitten zur Perspektivierung der Moral, zur Stellung der ›Genealogie‹ im Gesamtwerk, zum Vorhaben und Ausgestaltung des Werkes selber setzt die gründliche, werknahe Aufhellung des eigentlichen Inhalts ein. Zunächst springt der Verfasser von der Vorrede aus in die zweite Abhandlung ›Schuld‹, ›schlechtes Gewissen‹ und Verwandtes, um den ›Begriff des flüssigen Sinns‹ herauszuarbeiten und zu erläutern. Darauf erfolgt die systematisch aufgegliederte Behandlung der einzelnen Abschnitte der drei Abhandlungen. So eignet sich die Arbeit durchaus als Nachschlagewerk zur ›Genealogie‹, wozu auch die vielen Verzeichnisse besonders gute Dienste leisten: Kommentare zur ›Genealogie‹, Zeitgenössische Quellen Nietzsches für die ›Genealogie‹, Quellenforschung zur ›Genealogie‹, Gesamtinterpretationen der ›Genealogie‹, Interpretationen zu Einzelaspekten der ›Genealogie‹, Interpretationen zur Philosophie Nietzsches mit besonderer Bedeutung für die ›Genealogie‹ sowie umfassende Namen- und Begriffverzeichnisse.« Germanic Notes and Reviews

»... kann Werner Stegmaier in seiner nützlichen Werkinterpretation mit Gewinn nach der Moral von Nietzsches Moralkritik fragen: Er interpretiert sie als ›eine Ethik der Reflexion der eigenen Moral an anderen Moralen‹. Gerechtigkeit in Nietzsches Sinn verzichtet im Umgang mit Moral darauf zu richten. ›Sie könnte‹, so Stegmaier, ›die Ethik sein, die wir heute zum Leben brauchen.‹ Stegmaier gelingt es gleichzeitig, Nietzsches Dramatisierung seines Textes durch verschiedene Spannungselemente wie den Auftritt des Autors in vielfältigen Maskierungen, seine hyperbolische Argumentationsweise und seine durch übersteigerte Typisierungen und gewaltsame Verkürzungen akzentuierten Interpretationen augenfällig zu machen.« Basler Zeitung

»Der Verf. interpretiert Nietzsches 1887 erschienene Streitschrift ›Zur Genealogie der Moral‹ als ›eine Ethik der Reflexion der eigenen Moral an anderen Moralen‹, die sich durch eine sich selbst nicht ausnehmende Perspektivierung und Hypothetisierung auszeichnet: ›Sie könnte die Ethik sein, die wir heute zum Leben brauchen‹. Ziel der Werkinterpretation dieser Streitschrift, deren Anlage ihren Leser persönlich herausfordert, ist dabei vor allem, ›den agressiven Text gelassener lesbar zu machen‹, wobei es Stegmaier gleichzeitig gelingt, N.s Dramatisierung des Textes durch verschiedene Spannungselemente wie den Auftritt des Autors in vielfältigen Maskierungen, seine hyperbolische Argumentationsweise und seine durch übersteigerte Typisierungen und gewaltsame Verkürzungen akzentuierten Interpretationen augenfällig zu machen.« Germanistik

»Die zunehmende Bedeutung interkultureller Verständigung lässt ein Bemühen um eine ›Moral im Umgang mit Moralen‹, wie Stegmaier es anhand von Nietzsches ›Genealogie der Moral‹ ausführt, sinnvoll erscheinen. Mit seinem Buch leistet er fraglos einen überzeugenden und belebenden Beitrag zur aktuellen Diskussion ehtischer Orientierung und moralischer Normen bis hin zur Ethik der Wissenschaften. Darüber hinaus kann in der vorliegenden Werkinterpretation ein Ansatz zur Sondierung der Voraussetzungen interkultureller Dialoge gesehen werden.« Allgemeine Zeitschrift für Philosophie

»Nietzsches verwickelten Gedankengang zu entwirren und mit einem Höchtsmaß an werkgeschichtlicher wie begrifflich-systematischer Akribie genetisch zu rekonstruieren ist Stegmaier meisterhaft gelungen. Alles in allem eine in Anlage, Argumentation und Stil gleichermaßen überzeugende Gesamtinterpretation.« ...
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