45 US-Präsidenten in 45 Tagen

Am 3. November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten. Ein Amt, das in seiner Geschichte viele Inhaber gesehen hat – jeder mit seiner eigenen Lebensart und seinen Marotten. Werfen Sie mit uns bis zum Vortag der Wahl jeden Tag einen streifenden Blick auf einen der Vorgänger der Kandidaten Donald Trump und Joe Biden unter der Frage: Hätten Sie es gewusst?

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Herbert Clark Hoover (1929 – 1933)

…teilte mit seiner Frau Lou seine Liebe für Fremdsprachen und Bildung. Um nicht belauscht zu werden, unterhielten sich beide gern in (gebrochenem) Mandarin. Das Paar übersetzte außerdem das Werk „De re metallica“ erstmals aus dem Lateinischen ins Englische.

 

Calvin (John) Coolidge (1923 – 1929)

…trat trotz starker Popularität und guten Chancen nicht zur Wiederwahl 1928 nicht an. Er begründete diese Entscheidung damit, dass ein ehrlicher, öffentlicher Dienst durch regelmäßigen Wechsel im Amt des Präsidenten gewährleistet wird. Der wirkliche Grund war allerdings eher ein privater, da sein Sohn kurz vor den Präsidentschaftswahlen 1924 an einer Blutvergiftung starb.

 

Warren Gamaliel Harding (1921 – 1923)

…gewann die erste Präsidentschaftswahl, bei der Frauen wählen durften, mit 60,3% der Stimmen.

 

Thomas Woodrow Wilson (1913 - 1921)

…erhielt 1919 den Friedensnobelpreis. Er schlug als Lehre aus dem Ersten Weltkrieg eine weltweite Vereinigung von Regierungen vor und präsentierte 14 Friedenspunkte, für die er ausgezeichnet wurde. Paradoxerweise hatte er aber auch eine sehr traditionelle Auffassung von Rassentrennung. Er glaubte, dass die Minderheiten in Amerika versuchten, die weiße Mehrheit zu dominieren, und dass man sie in ihre Schranken weisen müsste. Durch diese Auffassung verstärkte er die Rassentrennung in Amerika.

 

William Howard Taft (1909 - 1913)

…neigte dazu, während öffentlichen Veranstaltungen einzuschlafen. Sein Freund James Watson (Senator von Indiana) beschrieb, Taft schliefe häufig einfach 10 bis 15 Minuten ein, um dann wieder aufzuwachen und begonnene Gespräche fortzuführen. Das Ganze wiederholte sich nach circa 30 Minuten. Diese Vorfälle, wahrscheinlich gesundheitlich bedingt, machten auch vor Beerdigungen, Opern oder Gottesdiensten nicht halt. Watson kommentierte: »Ich habe Taft sprichwörtlich geliebt. Er war einer der besten Männer, die jemals irgendwo gelebt haben«, scherzte aber auch gegenüber dem Präsidenten: »Mr. President, Sie sind das größte Publikum, das ich je zum Schlafen gebracht habe.« Taft nahm es mit Humor.

 

Theodore Roosevelt (1901 - 1909)

…hasste seinen bekannten Spitznamen „Teddy“ und wies jeden, der ihn so nannte, unmissverständlich darauf hin. Geholfen hat es nichts: Schon 1902 führte ein Jagdausflug zu einem weit verbreiteten Zeitungscomic, in dem sich Roosevelt weigert, einen hilflosen Bären zu erschießen. Kurze Zeit später konstruierte der Erfinder Morris Michtom den ersten Teddybären als Spielzeug und nannte ihn, inspiriert durch den Comic, „Teddy’s Bear“. Der Rest ist Geschichte.

 

William McKinley (1897 - 1901)

…, dessen Gesicht den 500-Dollar-Schein ziert. Zum Glück ist dieser nicht gelb: Seine Frau Ida McKinley hasste die Farbe und lies damals alle gelben Sachen aus dem Weißen Haus entfernen – auch die Blumen.

 

Grover Cleveland (1893 - 1897)

…schon wieder Grover Cleveland? Ja! Denn er ist der einzige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dessen Amtszeiten nicht unmittelbar aufeinander folgten. In den Wahlen von 1888 hatte er zwar die Mehrheit der Stimmen der Bürger, allerdings weniger Wahlmänner. Es war das zweite Mal in der Geschichte, dass dieser Fall eintraf (danach geschah es nochmal bei den Wahlen 2000 und 2016). Die Wahl 1892 sicherte er sich mit 46 Prozent der Stimmen und 277 Wahlmännern.

 

Benjamin Harrison (1889 - 1893)

…ist einer der am häufigsten vergessenen Präsidenten! 2012 wollte das New Yorker Magazin herauszufinden, wer der meist vergessene Präsident ist. Dafür schlossen sie die Gründerväter, jeden, der noch nicht lange dabei war, jeden, der ermordet wurde oder im Amt starb, jeden, der zwei Amtsperioden diente, einen einprägsamen Namen hatte, berüchtigt war, einer der schlechtesten Präsidenten zu sein, oder sogar nur eine verrückte Gesichtsbehaarung hatte, aus. Am Ende blieb nur noch Benjamin Harrison übrig! Dabei war seine Amtszeit eine prägende Zeit der amerikanischen Geschichte: Gleich sechs neue Staaten wurden in die Union aufgenommen, zudem begannen die ersten Schritte zur Annexion von Hawaii.

 

Grover Cleveland (1885 - 1889)

…war der erste Demokrat, der nach dem Bürgerkrieg gewählt wurde. Außerdem ist sein eigentlicher Vorname Stephen. Keiner weiß genau, warum er begann sich Grover zu nennen. Spekulationen zufolge gefiel ihm der Gedanke nicht, dass sich sein Vor- und Nachname reimen (Steve – Cleve).

 

Chester Alan Arthur (1881 - 1885)

…war der erste US-Präsident, der den Amtseid bei sich zu Hause leistete. Ein Jahr nach Amtsantritt erfuhr er, dass er an einer tödlichen Nierenerkrankung litt, weshalb er am Ende seiner Amtszeit zurücktrat. Während er zum Antritt des Amtes viel Misstrauen erfuhr, wurde er am Ende von politischen Freunden und Feinden respektiert.

 

James Abram Garfield (1881 - 1881)

…kann gleich mehrere „erste Male“ für sich beanspruchen: Er war der erste US-Präsident, der seinen Wahlkampf zweisprachig – in Englisch und Deutsch – führte. Außerdem war er der erste Linkshänder im höchsten Staatsamt. Leider war er aber auch der erste Präsident, der mit weniger als 50 Jahren starb: Vier Monate nach seiner Wahl wurde er angeschossen, zwei Monate später erlag er seinen Wundinfektionen. Makabrer Zufall: Beim Attentat auf Garfield war auch ein gewisser Robert Todd Lincoln vor Ort – der Sohn des erst 16 Jahre zuvor erschossenen Präsidenten Abraham Lincoln.

 

Rutherford B. Hayes (1877 - 1881)

…erlebte während seiner Präsidentschaft einschneidende technologische Neuerungen: Er war der erste Präsident, der ein Telefon und eine Schreibmaschine im Weißen Haus benutzte. Moderne Verkehrsmittel erlaubten es ihm zudem, als erster US-Präsident die Westküste zu besuchen.

 

Ulysses S. Grant (1869 - 1877)

…wurde nach der Schlacht von Chattanooga für seine Verdienste zum Generalleutnant befördert. In der Geschichte der USA hatten bis dato lediglich George Washington und Winfield Scott diesen militärischen Rang inne.

 

Andrew Johnson (1865 - 1869)

…war der erste US-Präsident, gegen den ein Impeachment-Verfahren lief. Als vordergründiges Motiv für das Verfahren wurde die Verletzung formaler Regeln durch Johnson angebracht. Der eigentliche Grund war jedoch der offensichtliche Wiederstand, mit dem der Präsident dem Willen des Kongresses begegnete.

 

Abraham Lincoln (1861 - 1865)

…ließ sich seinen Bart wegen eines elf Jahre alten Mädchens wachsen! Grace Bedell (eine junge, aber dennoch begeisterte Anhängerin der Republikaner) schrieb Lincoln einen Brief, in dem sie ihm berichtete, dass sie von ihren Brüdern für den dünnen Präsidentschaftskandidaten ausgelacht wird. Außerdem war sie der Meinung, dass sie ihre Brüder dazu bringen würde ihn zu wählen, wenn er erstmal einen Bart hätte und dass Frauen ebenfalls Bärte mögen und ihn deshalb wählen würden. Sie behielt recht: Lincoln ließ den Bart stehen und wurde Präsident.

 

James Buchanan (1857 - 1861)

…wird überwiegend als der schwächste Präsident der amerikanischen Geschichte angesehen. Unter anderem wegen des Vorwurfs, die Abspaltung der Südstaaten und den Ausbruch des Bürgerkrieges mitverantwortet zu haben, zog er sich 1861 vom Präsidentenamt und der Politik zurück. Außerdem ist er bisher der einzige Präsident der Geschichte der Vereinigten Staaten, der unverheiratet blieb.

 

Franklin Pierce (1853 - 1857)

…gilt unter Historikern als einer der am erfolglosesten Präsidenten der USA, wenn nicht gar als Fehlschlag. Abgesehen von einer desaströsen Außenpolitik (u.a. Großbritannien gegenüber) sei die Innenpolitik von Unfähigkeit geprägt gewesen, indem Pierce nicht den wachsenden politischen Spannungen zwischen den Nord- und Südstaaten entschieden entgegenzuwirken wusste, sondern diesen Konflikt eher noch anheizte, was letztlich (auch durch die Politik seines Nachfolgers) zum Bürgerkrieg führte. Eine letztlich falsche Prophezeiung gab es wenige Wochen vor dem Ende von Pierces Amtsperiode seitens des Abgeordneten Charles Francis Adams mit der Aussage, man könne froh sein, einen Präsidenten wie Pierce gehabt zu haben, da seine Fehler allen folgenden Präsidenten eine Lehre sein würden. Ein Trugschluss, denn bereits sein Nachfolger, James Buchanan, konnte den Sezessionskrieg nicht verhindern.

 

Millard Fillmore (1850 - 1853)

…brachte sich selbst Lesen und Schreiben bei. Er stammte aus armen Verhältnissen und besuchte deshalb nur sehr unregelmäßig die Schule. Nachdem er eine Ausbildung als Schneider begonnen und abgebrochen hatte, konzentrierte er sich auf seine Bildung.

 

Zachary Taylor (1849 - 1850)

…war mit einem anderen US-Präsidenten verwandt – Taylor hatte dieselben Urgroßeltern wie der 4. US-Präsident James Madison.

 

James K. Polk (1845 - 1849)

…war von seiner eigenen Nominierung überrascht! Er hatte gerade seine Kandidatur für die Wiederwahl zum Gouverneur von Tennessee verloren. Doch als sich die Delegierten auf dem Parteitag nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, entschieden sie sich für einen Kompromiss, indem sie auf einen Außenseiter setzen: James Polk.

 

John Tyler (1841 - 1845)

…war der erste nicht gewählte Amtsinhaber im Weißen Haus. William Henry Harrisons Tod entfachte eine Diskussion darüber, ob John Tyler nun Präsident oder geschäftsführender Präsident (Acting President) sei. Er selbst sah sich als vollumfänglicher Präsident. Erst seit der Einführung des 25. Zusatzartikels der Verfassung im Jahr 1967 ist es nachgerückten Präsidenten möglich, einen Vizepräsidenten zu ernennen.

 

William Henry Harrison (1841 - 1841)

…war der Präsident mit der kürzesten Amtszeit. Er starb nur einen Monat nach Amtseinführung an einer Lungenentzündung. Wie er sich diese zugezogen hat, ist nicht eindeutig geklärt.

 

Martin Van Buren (1837 - 1841)

…war nicht nur der erste Präsident, der nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung geboren wurde, sondern auch der einzige, dessen Muttersprache nicht Englisch war. Zu Hause lernte er von klein auf Niederländisch und erst in der Schule Englisch.

 

Andrew Jackson (1829 - 1837)

…ging politisch gegen die Bank of the United States (Nationalbank) vor, besser bekannt als Bank War (»Bankkrieg«). Ironischerweise ist er bis heute auf dem 20-Dollar-Schein abgebildet, auch wenn seit letztem Jahr kurz der Ruf nach einem Personenwechsel laut wurde. Statt Andrew Jackson sollte Harriet Tubman in Zukunft abgebildet werden. Doch ob sich dieser Vorschlag durchsetzen wird, ist noch offen.

 

John Quincy Adams (1825 - 1829)

…tanzte gerne. Während sein Vater ein schlechter Tänzer war, musste er als Junge in Europa Tanzen lernen. Er mochte es und nannte Tanzen „eines der unschuldigsten und rationalsten Vergnügen, die jemals erfunden wurden“.

 

James Monroe (1817 - 1825)

…war der Präsident, der mit vielen ersten und letzten Malen als Präsident in die Geschichte einging. So war er der letzte Präsident, der nicht fotografiert wurde und sich noch im 18. Jahrhundert mit pulverförmigen Perücken und Kniehosen verkleidete. Gleichzeitig war er der erste Präsident, der im Weißen Haus lebte, als es tatsächlich weiß war – und nicht grau. Zudem gilt er als am wenigsten religiös; von ihm ist keine religiöse Zugehörigkeit bekannt.

 

James Madison (1809 - 1817)

…wuchs in einer wohlhabenden Pflanzerfamilie in Virgina auf, die seit mehreren Generationen erfolgreich in der Tabakpflanzung tätig war. Politisch stand Madison für Aufklärung und bereitete der Demokratie Amerikas den Weg. Privat führte er das Familienunternehmen weiter, wobei er wie sein Vater Sklavenbesitzer war.

 

Thomas Jefferson (1801 - 1809)

...trug 1820 die sogenannte „Jefferson-Bibel“ (eigentlich: „The Life and Morals of Jesus of Nazareth“) zusammen. Mit einem Rasiermesser und Kleber bewaffnete schnitt und klebte sich der US-Gründervater seine eigene Version der Beschreibung Jesus Christus‘ im Neuen Testaments zusammen. Dabei entfernte er die meisten übernatürlichen Passagen, darunter die Auferstehung und viele Wunder Jesu sowie Stellen, die über seine göttliche Herkunft sprachen. Er wolle, so schrieb er Jahre zuvor seinem Zeitgenossen Joseph Priestley, die Philosophie Jesu aufzeigen, ohne die Frage nach seiner Göttlichkeit zu behandeln.

 

John Adams (1797 - 1801)

...lebte eine klar erkennbare Rivalität, wenn nicht gar Abneigung gegenüber seinem Vize-Präsidenten und Nachfolger Thomas Jefferson. So blieb Adams nicht nur dessen Amtseinführung fern, sondern seine letzten Worte waren Jefferson gewidmet: "Thomas Jefferson überlebt." Doch dies stimmte nicht, denn Adams und Jefferson starben beide am selben Tage des 4. Juli 1826.

 

George Washington (1789 - 1797)

...lebte amtsgemäß als Präsident in den damaligen Hauptstädten. Da dies von 1788 bis 1790 New York und von 1790 bis 1800 Philadelphia war, ist George Washington der einzige US-Präsident, welcher NICHT in Washington lebte.

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