"Business meets Humanities" Ein Gastbeitrag von Vanessa Emig

Geisteswissenschaften haben oft mit negativen Vorurteilen zu kämpfen. So heißt es, sie erfüllen keinen offensichtlichen Zweck oder man würde nach Abschluss des Studiums in diesem Fachbereich keinen Job finden. Wie bei den meisten Vorurteilen entspricht auch das natürlich nicht ganz der Wahrheit, denn in vielen Tätigkeitsfeldern kann es zu gewissen Zeiten schwer sein, die richtige Stelle zu finden. Dies hängt jedoch nicht immer mit dem Studienfach zusammen, sondern oft mit der generellen Lage des Arbeitsmarktes. Besonders zuletzt haben Ereignisse wie die Coronakrise oder der Ukrainekrieg die allgemeinen Bedingungen verschlechtert.

Der Fachbereich der Geisteswissenschaften ist jedoch deutlich besser als ihr Ruf, denn das Studium lehrt viele Fähigkeiten und Eigenschaften, die in vielen Branchen und besonders in Führungspositionen hilfreich sein können.

Eine Führungskraft sollte in der Lage sein, ein Vorbild für die Mitarbeiter zu sein, um das ganze Potenzial aus ihnen herausholen zu können. Hierfür benötigt eine Führungskraft Empathie, denn sie muss erkennen können, welcher Typ der Mitarbeiter ist, also wie er letztlich als Mensch ist und wie dieser motiviert werden kann. Nur durch Empathie kann die Führungskraft sich in die Mitarbeiter reinversetzten und so die beste Motivation für den Mitarbeiter zu entdecken, ob es nun um Leistung, Zugehörigkeit oder Macht geht (Grundbedürfnisse nach McClelland). Diese dafür nötige Empathie wird in den Geisteswissenschaften geschärft.

Eine weitere Sache, die innerhalb des Geisteswissenschaften-Studiums gelehrt wird, ist es kritisch und logisch, mit komplexen Situationen und Informationen umzugehen. Das ist eine Qualität, die sowohl als Mitarbeiter, als auch als Führungskraft nötig und von Vorteil ist. Die gegebenen Informationen müssen kritisch betrachtet werden, um so mit der Situation umzugehen. Dabei muss man darauf achten, nicht nur eine Option zu sehen, sondern auch andere mögliche Optionen in Betracht zu ziehen.

Die Geisteswissenschaften helfen auch dabei andere Kulturen zu verstehen, ob durch die stark ausgeprägte Empathie wie auch durch die effektive Kommunikation und, nicht zu unterschätzen, im Unternehmenskontext kann ein gutes Verständnis von anderen Kulturen bei der Kommunikation mit Partnern aus dem Ausland helfen, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Geisteswissenschaften lehren Brücken zu bauen, welches bei vielen Unternehmensaspekten nötig ist, nicht zuletzt bei interkulturellen Verhandlungen.

Wie bereits zu Beginn geschrieben: an vielen Vorurteilen ist nicht immer auch etwas dran und man muss vorsichtig damit umgehen. Oftmals kann man sich selbst einen Eindruck der Dinge machen, indem man mit den Menschen persönlich spricht oder sich etwas in das Thema einliest. 

Eine allgemeingültige Antwort wird man allerdings nicht finden.

Wie sehen Sie das? Stimmen die Gerüchte über die Geisteswissenschaften oder sehen Sie Vorteile, die diese für die Arbeitswelt bringen?

 

Quelle: Here are 9 reasons why humanities matter. What’s your number 10? | Curt Rice (curt-rice.com)

 


 

 

Vanessa Emig, geb. 1999, studiert derzeit den Master Management und Leadership in Heidelberg und macht im Zuge dessen seit Oktober ein Praktikum bei der wbg Community. Vanessa Emig unterstützt die Mitgliederverwaltung bei Kundenanfragen und ist Teil des Social Media Teams. In Ihrem Praktikum konnte sie das im Studium gelernte praktisch anwenden, aber auch neue Aspekte lernen und sich neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen.

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