Marcin´s Betrachtungen: die Ethik des Demokrits

Es liegt auf der Hand, daß nicht jede Lust erstrebenswert ist. Nur der Tor orientiert sich an der unmittelbaren Empfindung der Lust bzw. der Unlust.

Was nicht bedeutet, dass es keine Lust bereitet, sich mit dem ethischen Denken des Demokrit zu befassen. Tatsächlich habe ich für mich erkannt, dass ich persönlich davon sehr beeinflußt bin. Ohne je gewußt zu haben, woher mein Denken diesbezüglich kommt.

Das Ziel bei Demokrit ist dennoch das gute Befinden, das durch vernünftiges Verhalten zu erreichen ist, nämlich durch rechtes Denken, Reden und Tun. Ein Schelm der dabei an den edlen achtfachen Pfad des Siddharta Gautama, des Buddha, denkt.

Man muß unter Umständen auf angenehme Gefühle verzichten, wenn sie sich nicht als zuträglich erweisen. Als zuträglich gilt also, was geeignet ist, die richtige Verfassung der Seele herbeizuführen oder aufrechtzuerhalten.

Im Hinblick auf die Erhaltung der Seele kann in objektiver Weise bestimmt werden, was zuträglich ist. Die auf die Erhaltung der Seele und ihrer Funktionen bezogene Zuträglichkeit ist unabhängig von den subjektiven Lustempfindungen und ihren individuellen Unterschieden.

Mittleres Maß der Lust bzw. rechtes Maß im Leben sind Grund der Euthymie (= ausgeglichene Stimmung), Verfehlungen heben sie dagegen auf.

Eine Verfehlung wäre dabei z.B. ein ständiges Lustempfinden zu erlangen, durch den dauerhaften Konsum von Cannabis. So meine neuzeitliche Interpretation.

Bezüglich Verfehlungen allgemein sagte Demokrit, so sollen sie nicht aus der Furcht unterlassen werden, sondern aus Pflichtgefühl.

Das Gleichgewicht der Seele sei ein physikalischer Zustand, der durch physikalische Ursachen, wie heftige Affekte, gestört werden könne. Es käme daher darauf an, heftige Gemütsbewegungen zu vermeiden und in allem der Linie eines mittleren Maßes zu folgen.

Dabei seien Gerechtigkeit und Großzügigkeit Garanten der Euthymie.

Rechtes Denken und pflichtgemäßes Tun seien nicht durch Gesetz und erzieherischen Zwang herbeizuführen, sondern nach Möglichkeit durch Überzeugung.

Im rechtspolitischen Bereich ist eine Forderung nach unnachsichtiger Verfolgung von Verbrechen hervorzuheben, im gesellschaftlichen Bereich die Forderung sozialer Solidarität, namentlich der Hilfe für die Armen.

Den Rahmen für die Forderung des rationalen Verhaltens bildet die atomistische Weltdeutung, der zufolge alles Geschehen in der Welt notwendig ist.


Herr Marcin Lupa, wbg Mitglied aus Bayern, schreibt regelmäßig philosophische Artikel unter dem Titel „Marcin´s Betrachtungen“ mit dem Ziel, die gesamte Geschichte der Philosophie durch seine Recherchen der Community näherzubringen. 

 

 

 


 

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