Zum Geburtstag von Oscar Wilde

Oscar war das Kind zweier Exzentriker:innen. Sein Vater war eigentlich ein Hals-Nasen-Ohren Arzt, der jedoch auch als Schriftsteller tätig war und seine Mutter war Übersetzerin und eine revolutionäre Lyrikerin. Es war also kaum verwunderlich, dass der am 16. Oktober 1854 geborene Oscar früh mit der irischen Schriftstellerszene in Kontakt kam. Seine Leidenschaft für Literatur lebte Wilde bereits am College aus. Von 1871 bis 1874 studierte Wilde klassische Literatur am Trinity College in Dublin. Bei seinen Dozenten galt er als herausragender Schüler. Danach beschloss Wilde vier Jahre am Magdalen College in Oxford zu studieren. Dabei fiel er besonders mit seinem außerordentlichen Humor auf.

Mit Abschluss des Studiums veröffentlichte Oscar Wilde sein erstes Gedicht „Ravenna“. Damit erlangte er 1878 das erste Mal öffentliche Anerkennung für seine Arbeit. Im Anschluss an das Studium zog Wilde nach London. Mit seiner Sprachgewandtheit und seinem auffälligen Auftreten galt Wilde schnell als Skandalautor. Dennoch veröffentlichte er in zahlreichen Zeitschriften und publizierte Bücher und Bühnenstücke.
1881 beschloss Wilde nach Amerika zu reisen und dort Vorlesungen über Ästhetizismus und dekorative Künste zu halten. Seine Vorträge waren gut besucht, auch wenn Kritiker:innen ihn als unmännlich deklarierten. 1883 reiste Wilde nach Paris. Dort blühte er richtig auf. Das politische Klima war deutlich entspannter als in London und dies inspirierte Wilde. In Paris entwickelte er sein Bühnenstück „The Dutchess in Padua“, welches durch den Kontakt bedeutendster Künstler:innen seiner Zeit geschaffen wurde, beispielsweise Camille Pissarro. Mit seiner Arbeit versuchte Wilde die Bewegung der englischen Renaissance der Kunst mit dem Geist des Ästhetizismus zu verbinden. Auch privat konnte er Erfolge verzeichnen: 1884 ehelichte er die Kinderbuchautorin Constance Lloyd und zeugte mit ihr zwei Söhne, denen er einige Werke widmete.
Nach einer zweiten Amerikareise beschloss Wilde auch in den Vereinigten Königreichen auf Vortragstournee zu gehen. In London wurde er Mitarbeiter der Pall Mall Gazette und der Women’s Worlds. 1891 erschien schließlich der Roman, der in der heutigen Popkultur häufig rezipiert wurde: „Das Bildnis des Dorian Grey“. Dieser teils autobiographische Roman gilt als Kritik am französischen Symbolismus, aber er thematisiert auch den Ästhetizismus, die Dekadenz und die Sinnlichkeit.
In der Zeit in London war Wilde schriftstellerisch sehr aktiv. Er publizierte mindestens ein Werk pro Jahr, besonders beliebt waren seine Gesellschaftskomödien. Doch einige seiner Arbeiten eckten an die konservative Zeit an. Sein Bühnenstück „Salome“ beispielsweise wurde in England verboten, wohingegen es in Paris mit der bekannten Schauspielerin Sarah Bernhardt uraufgeführt wurde – mit der Musik des berühmten Richard Strauss.
1895 wurde Oscar Wilde aufgrund seiner Sexualität in ein Zuchthaus gesperrt. Die Folge dieses zwei jährigen Aufenthaltes, in denen unmenschliche Zwangsarbeit zum Alltag gehörten, zerstörten seine Gesundheit. Wilde floh danach nach Paris, wo er im Jahr 1900 verstarb.

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