Zum Todestag von Giovanni Boccaccio

Giovanni Boccaccio gilt zusammen mit Dante Alighieri und Francesco Petrarca als Vater der italienischen Literatur. Sein Hauptwerk „Il Decamerone“ gilt heute als unbestrittener Klassiker.

Boccaccio, dessen Mutter kurz nach seiner Geburt verstarb, wurde am 16. Juni 1313 bei Florenz als uneheliches Kind eines Kaufmannes geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Boccaccio im Haus seines Vaters, welches er im Alter von 14 Jahren verließ, um in Neapel bei der Compagnia dei Bardi zu lernen. Boccaccios Vater, der bei derselben Bank angestellt war, wünschte sich diese Laufbahn auch für seinen Sohn. In Neapel erkannte Boccaccio jedoch schnell, dass sein Herz für eine andere Zunft schlug. Am Hofe des neapolitanischen Königs Robert von Anjou wurde Boccaccio in das höfische und elegante Leben eingeführt und tauschte sich dort mit Intellektuellen, die selbst am Hofe verkehrten, aus. In dieser Zeit entstanden, angeregt von den vielen fruchtbaren Begegnungen und Erfahrungen, seine ersten prosaischen Texte.

Doch schon 1340 kehrte Boccaccio zurück nach Florenz. Aufgrund von finanziellen Engpässen beschloss der Literat in den Staatsdienst einzutreten. Es waren schließlich diese Erfahrungen, die Boccaccio zum Dekameron inspirierten. Das Dekameron ist eine Sammlung von 100 Novellen, die sich eine Gruppe von drei jungen Männern und sieben jungen Frauen erzählen, die vor der 1348 kursierenden Pest in ein Landhaus nahe Florenz flüchten.

Zehn Jahre nach seiner Rückkehr nach Florenz lernte Boccaccio seinen engen Freund Francesco Petrarca kennen. Die beiden Männer einte die Liebe zur Klassik, die sie in einem regen Briefwechsel austauschen pflegten. Ab 1355 vertiefte Boccaccio das Studium der antiken Autoren. Der Schriftsteller erhielt den Zugang zur Bibliothek von Montecassio und intensivierte seine Beschäftigung mit der antiken Literatur. Im Rahmen dieses Studiums entdeckte Boccaccio Autoren wie Tacitus und Apuleius wieder und verfasste wichtige Abschriften von antiken Codices. Es ist naheliegend, dass Boccaccio sich bald darauf auch dem Studium des Altgriechischen widmete. Durch dieses Interesse bewirkte der Schriftsteller, dass in Florenz ein Lehrstuhl der Gräzistik eingeführt wurde.

In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich Boccaccio intensiv mit der antiken Literatur und trug damit viel zu dem Erhalt unseres heutigen Wissensstandes bei. Ab 1374 zog sich der Schriftsteller aus gesundheitlichen Gründen immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, bis er am 21. Dezember 1375 in seinem Heimatdorf verstarb.

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