Bücher des Verlags Hermann Schmidt bei der wbg: Ein Gespräch mit Karin Schmidt-Friderichs

Foto: © feinkorn, Gaby Gerster

Andere Mütter haben auch schöne Töchter… Das müssen wir neidlos anerkennen und wir begeistern uns für viele Bücher, denen Kolleg:innen anderer Verlage zum Leben verholfen haben. Diese Begeisterung möchten wir gerne mit Ihnen teilen und stellen deshalb hier in loser Folge Verleger:innen, Verlage und eine Auswahl deren Bücher vor.

Den Anfang macht der Verlag von Karin und Bertram Schmidt-Friderichs aus Mainz. Die beiden sind fester und nicht wegzudenkender Bestandteil der Verlagswelt. Und Karin Schmidt-Friederichs repräsentiert als Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels die gesamte deutsche Buchbranche. Ihr Verlag Hermann Schmidt steht für ein kleines, feines Nischenprogramm, das kreative Köpfe kribbeln und die Herzen von Kreativen höher schlagen lässt. Bücher und Produkte von Schmidt begleiten Gestalter:innen durch den Kreativ-Alltag, sie stiften Nutzen und bringen Freude. Sie vermitteln handwerkliches Know-How, helfen bei (Karriere-) Entscheidungen, ordnen ein, denken weiter, ebnen Wege, und sind Habenwollen-Bücher, die man und frau nur ungern aus der Hand legt.

 

wbg: Was war ihr Lieblings-Buchprojekt?

Karin Schmidt-Friderichs: Da geht es mir wie vermutlich allen begeisterten Verleger:innen: am liebsten mag ich immer das Buch, an dem ich gerade arbeite. Im zweiten Quartal dieses Jahres wird »Zukünfte gestalten« bei uns erscheinen, ein Buch, das Kreative befähigt, mit »Design Futuring« Zukunftsszenarien strategisch zu erkunden, entwerfen und verhandeln. Benedikt Groß und Eileen Mandir stellen einen »Werkzeugkoffer« zusammen, mit dem man Zukunftsszenarien begreifbar und erlebbar macht, um dann zu entscheiden, in welche Richtung die Weichenstellung heute gehen soll. Allein das Wort Zukünfte elektrisiert mich, denn es macht bewusst, dass wir mit unserem Verhalten und unseren Entscheidungen bestimmen, wie die Zukunft aussehen wird, in der wir leben. Es appelliert an unsere Verantwortung, zeigt uns aber auch unsere Multi-Optionalität auf. Für Menschen wie mich, die lieber agieren als zu reagieren, sind die praxisnahpräsentierten Tools ein echtes Schatzkästlein für die Moderation von Strategiesitzungen, Entscheidungsprozessen, aber auch für abendliche Gesprächsrunden.

 

Benedikt Groß | Eileen Mandir
Zukünfte gestalten –Spekulation. Kritik. Innovation.
Mit »Design Futuring« Zukunftsszenarien strategisch erkunden, entwerfen und verhandeln.

Gestaltung: Gold und Wirtschaftswunder
ca. 264 Seiten
mit ca. 200 farbigen Abbildungen
Format 17 x 24,4 cm
Fadengeheftetes Flexcover mit Reliefflack-Veredelung

40,-€
ISBN 978-3-87439-958-6

 

wbg: Was lesen Sie gerade?

Karin Schmidt-Friderichs: Ich darf vorab »Eine Frage der Chemie« von Bonnie Garmus lesen, ein Buch über eine emanzipierte Frau in den frühen Sechzigerjahren, als hierzulande noch der Ehemann einwilligen musste, wenn die Ehefrau arbeiten gehen wollte. Die Protagonistin Elisabeth Zott bricht mit Rollenklischees und tradierten Werten und zieht mich so in ihren Bann, dass ich nachts viel zu spät das Licht lösche und tatsächlich dennoch morgens den Wecker etwas vor der Zeit klingeln lasse, um noch ein paar Leseminuten einzulegen. Das Buch erscheint Ende März.

 

wbg: Welches Buch empfehlen Sie den wbg-Kunden?

Karin Schmidt-Friderichs: Eines habe ich oben ja schon empfohlen. Ein gänzlich anderes höre ich gerade: Es ist »Staatsfeind Wikileaks« von Marcel Rosenbach und Holger Stark. Die beiden Journalisten schildern, wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigste Nation der Welt herausfordert und beweisen, dass das Leben selbst die spannendsten Krimis schreibt. Letztlich ist die zentrale Frage ja, ob wir Wikileaks als Presseorgan und Julian Assange als Journalisten werten und damit als vierte Gewalt und Korrektiv staatlicher Organe. Ich mag Julian Assange kurz vor dem Ende des Buches immer noch nicht leiden, bin aber zunehmend beunruhigt ob einer eventuellen Auslieferung an die USA, wogegen ja auch Reporter ohne Grenzen und Heribert Prantl sich dezidiert aussprechen.

Wen dieses Buch gepackt hat, der oder dem empfehle ich unbedingt noch Nils Melzer  »Der Fall Julian Assange«. Melzer ist zurzeit noch UN Sonderbeauftragter legt aber sein Mandat nieder, um im Juli eine Direktorenstelle beim Internationalen Roten Kreuz anzutreten.

Noch in seiner Funktion als UN Sonderbeauftragter hat er sich des Falles Assange angenommen. Vielleicht wird er am Schluss zu parteiisch, aber seine juristischen Einordnungen – er lehrt Völker- und Menschenrecht – sind brillant – und überzeugend.

 

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Tags: wbg, Beitrag, Verlag
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