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Die römischen Bürgerkriege
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Maschek, Dominik

Die römischen Bürgerkriege

Archäologie und Geschichte einer Krisenzeit
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Für die späte Römische Republik ist die Zeit zwischen 133 und 27 v. Chr. vor allem durch schwere Krisen geprägt, die von den Gracchen bis zur Schlacht von Actium reichen und schließlich mit dem Prinzipat des Augustus enden. Es kommt zu regelrechten Gewalteruptionen im Inneren: Einzelne Heerführer wie Marius, Sulla oder Pompeius verschaffen sich... mehr
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Beschreibung
Für die späte Römische Republik ist die Zeit zwischen 133 und 27 v. Chr. vor allem durch schwere Krisen geprägt, die von den Gracchen bis zur Schlacht von Actium reichen und schließlich mit dem Prinzipat des Augustus enden. Es kommt zu regelrechten Gewalteruptionen im Inneren: Einzelne Heerführer wie Marius, Sulla oder Pompeius verschaffen sich so viel Macht, dass der innere Zusammenhalt der Republik zerbricht. Das Römische Reich versinkt im Bürgerkrieg. Doch zeitgleich ist trotz der inneren und äußeren Konflikte ein wachsender Wohlstand zu beobachten, der zu gesellschaftlichen Umwälzungsprozessen im öffentlichen wie privaten Bereich führt: zu sehen in der Architektur, in der Produktion und im Konsum. Anhand von Bauwerken und Bildern, aber auch Ritualen und Staatsakten untersucht Dominik Maschek diese spätrepublikanisch-römische Krisenzeit und bietet erstmals eine kulturgeschichtliche Gesamtinterpretation.

2018. 352 S. mit 28 s/w Abb., 16,5 x 24 cm, geb., Zabern, Darmstadt.
  • 1013657
    • Buch
    • Hardcover
    • 1013657
    • 978-3-8053-4913-0
    • 18.04.2018
    • wbg Philipp von Zabern
    • 352
    • 28 Illustrationen, schwarz-weiß
    • Deutsch
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    »Dominik Maschek deutet die römischen Bürgerkriege überzeugend neu und entdeckt, wer dei Begleitmusik zur Vernichtung spielte.« Uwe Walter, Frankfurter Allgemeine Zeitung »Das Buch beeindruckt nicht nur durch den schieren Reichtum des archäologischen Materials, das M. vor dem Leser ausbreitet und zum Sprechen bringt […]. Darüber hinaus beweist...
    comment (2)
    Pressestimmen

    Dominik Maschek deutet die römischen Bürgerkriege überzeugend neu und entdeckt, wer dei Begleitmusik zur Vernichtung spielte.

    Uwe Walter, Frankfurter Allgemeine Zeitung

    Das Buch beeindruckt nicht nur durch den schieren Reichtum des archäologischen Materials, das M. vor dem Leser ausbreitet und zum Sprechen bringt […]. Darüber hinaus beweist er ein feines Gespür für naturräumliche, geographische und topographische Bedingungen und ihre Bedeutung für Kriegführung, Handel und Wandel sowie für Art, Grad und Intensität der Kontrolle über Räume und Regionen.

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    Star Copy 3 Created with Sketch. Star Copy 3 Created with Sketch. Star Copy 3 Created with Sketch. Star Copy 3 Created with Sketch. Star Copy 3 Created with Sketch. 05.07.2018

    Der Autor zeigt eindrücklich, dass Krise und Bürgerkrieg nicht zu einer Nivellierung und Abwärtsspirale des römischen Reichs allgemein und speziell in der Kultur führte. Dieses Zeitalter führte zu massiven sozialen Umwälzungen, die Bedeutung von Rang, Sta

    Der Autor stellt das Zeitalter der römischen Bürgerkriege zwischen 133 v. Chr. und 27 v. Chr. dar. Erst das Prinzipat des Augustus beendete diese Krisenzeit, die gleichzeitig eine Zeit des wachsenden Wohlstandes und der künstlerischen Blüte war. Dabei bezieht er sich gleichberechtigt auf literarische Quellen und archäologischem Material. Die beiden Begriffe der „Krisenzeit“ und des „Bürgerkrieges“, die nicht nur als politische Phänomene, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelle verstanden werden. (S. 12)
    Die Zeit der Bürgerkriege begann im Jahr 133 v. Chr. mit dem Versuch des Volkstribunen Tiberius Sempronius Gracchus, eine Landreform durchzusetzen. Agrargesetze sollten die Macht der Großgrundbesitzer beschränken und die Lage der Kleinbauern und städtischen Proletarier verbessern. So sahen die Gesetzesänderungen vor, das von der Oberschicht unter rechtlich zweifelhaften Umständen aufgekaufte Land in Parzellen aufzuteilen und an Kleinbauern und städtische Proles zu verteilen. Neben der Überwindung der sozialen Spannungen war insbesondere der Wunsch nach Erhaltung der militärischen Schlagkraft Roms für Tiberius Gracchus ausschlaggebend.
    Durch zwei der römischen Staatsordnung widersprechende Akte kamen die Agrargesetze letztlich zustande. Um ein Rückgängigmachen seiner Gesetze zu verhindern, die von den konservativen Kreisen des Senats bekämpft wurden, ließ sich Tiberius Gracchus im Folgejahr erneut zum Volkstribunen wählen. Dies stellte erneut einen Bruch der Verfassungsordnung der Republik dar, in der jedes Amt nach dem Annuitätsprinzip jährlich neu besetzt werden musste. Daraufhin wurden Tiberius Gracchus und etwa 300 seiner Gefolgsleute von Senatoren und Anhängern der Optimaten auf dem Kapitol erschlagen. Infolgedessen kam es zu tumultartigen Aufständen in den Straßen Roms, die aber militärisch niedergeschlagen wurden.
    Zehn Jahre später, 123–121 v. Chr., erlangte Tiberius’ jüngerer Bruder Gaius Sempronius Gracchus mit Unterstützung der Equites, des römischen Ritterstands, genügend politisches Gewicht, um die Arbeit seines Bruders fortsetzen zu können. Er unternahm einen erneuten Anlauf, das Agrarproblem zu lösen.
    In Opposition zu Gaius formierte sich hinter Konsul Licius Opmius eine Gefolgschaft von unzufriedenen, teils gewaltbereiten Optimaten. Als Gaius dafür eintrat, allen italischen Bundesgenossen Roms das Bürgerrecht zu verleihen, verlor er die Unterstützung des stadtrömischen Proletariats, das um seinen ohnehin geringen politischen Einfluss fürchtete. Der Senat nutzte die Gelegenheit, Gaius Gracchus zum Staatsfeind zu erklären. Zur Flucht gezwungen, ließ dieser sich von einem Sklaven töten. Opimius und seine Gefolgschaft zettelten schließlich Straßenkämpfe an, bei denen 3000 Anhänger der Popularen getötet wurden.
    Im Jahr 107 v. Chr. wurde der Feldherr Gaius Marius zum Konsul gewählt, ein Vertreter der Popularen und Anhänger der Ideen der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus. Als Politiker setzte Marius eine Heeres- und Agrarreform durch: An die Stelle des bisherigen Bürgeraufgebots trat ein Berufsheer, in das auch Angehörige des Proletariats aufgenommen wurden. Die Veteranen hatten nach Ableistung ihrer Dienstzeit Anspruch auf ein Stück Ackerland, das dem ager publicus, dem römischen Staatsland, entnommen wurde. Die römischen Legionäre wurden damit Teil der so genannten Heeresclientel. Sie fühlten sich immer weniger dem Staat als ihrem jeweiligen Feldherrn verpflichtet. Dies bewirkte schließlich eine grundlegende Machtverschiebung, weg vom Senatsadel als Gesamtheit hin zu den einzelnen Inhabern der höchsten militärischen Gewalt.
    Im Bundesgenossenkrieg (91–89 v. Chr.) erstritten zudem die italischen Verbündeten Roms das volle Bürgerrecht. Damit erhöhte sich die Zahl der stimmberechtigten römischen Bürger erheblich, ohne dass die städtischen Institutionen der Republik dem angepasst wurden. An den Volksversammlungen und den jährlichen Wahlen zu den Ämtern der Republik etwa konnte nur teilnehmen, wer sich in der Stadt befand.
    Unter der Führung des Patriziers Lucius Cornelius Sulla, der gemeinsam mit Marius im im Bundesgenossenkrieg gekämpft hatte, griffen die Optimaten im Senat Marius’ Reformen an. Sulla wurde 88 v. Chr. zum Konsul gewählt. Nach einem Putsch der Popularen marschierte Sulla als erster römischer Feldherr in der Geschichte mit seinen Truppen in Rom ein und erlangte die Macht mit militärischer Gewalt zurück. Damit war erneut ein Stück der alten Verfassung zerstört worden. Während Sulla wegen des Kriegs gegen König Mithridates VI- Rom alsbald verlassen musste, nutzten die Popularen unter Marius und dem neuen Konsul des Jahres 87 v. Chr., Lucius Cornelius Cinna, die Gunst der Stunde. Sie ergriffen nach zehntägigem Kampf, in dem viele Senatsmitglieder und Anhänger der Optimaten getötet wurden, die Macht und übten anschließend ein Schreckensregiment in Rom aus. Cinna ließ sich, ähnlich wie schon Marius, der 86 v. Chr. kurz nach einem erneuten Konsulatsantritt gestorben war, drei Mal in Folge zum Konsul wählen.
    Bei seiner Rückkehr 82 v. Chr. besiegte Sulla, unterstützt von Gnaeus Pompeius Magnus, die Popularen und errichtete seinerseits eine Diktatur. Wegbereiter war der Interrex L. Valerius Flaccus, der hierzu Ermächtigungsgesetz der Lex Valeria in die Comitia centuriata eingebracht hatte. Legitimiert durch dieses Gesetz besiegte er die Anhänger des Marius und ließ sie auf Proskriptionslisten für vogelfrei erklären, systematisch verfolgen und umbringen. Nachdem er so die althergebrachte republikanische Ordnung noch einmal gesichert hatte, trat Sulla 79 v. Chr. zurück. Nach Sullas Rücktritt wurden Pompeius und Marcus Linicius Crassus zu bestimmenden Figuren der römischen Politik. Beide gehörten zu den Optimaten, machten aber im Jahr 70 v. Chr. fast alle Gesetzesänderungen Sullas rückgängig.
    Als der Senat sich im Jahr 60 v. Chr. weigerte, Pompeius’ Maßnahmen zur Versorgung seiner Veteranen anzuerkennen, schloss er mit Crassus und einem jungen politischen Aufsteiger, Julius Caesar, ein privates Bündnis ab, das Triumvirat. Dass Caesar aus den Reihen der Popularen stammte, zeigt, dass der ursprüngliche Konflikt – Vorherrschaft des Senatsadels oder stärkere Beteiligung des Volkes – kaum noch eine Rolle spielte. Von nun an ging es für die Republik um die Existenzfrage. Caesar war im Triumvirat zunächst der Juniorpartner. Vereinbarungsgemäß unterstützten seine Bündnispartner seine Wahl zum Konsul des Jahres 59 v. Chr. Anschließend übernahm er, wie jeder Konsul nach Ende seines Amtsjahres, die Verwaltung einer Provinz. Da Crassus im Jahr 53 v. Chr. im Krieg gegen die Parther gefallen war, stellte nun Caesar den größten militärischen Machtfaktor im Staat dar.
    In dieser Situation setzte sich Caesar mit seinen Truppen zum Grenzfluss Rubikon in Bewegung, der das militärfreie Stadtgebiet Roms von den Nordprovinzen trennte. Pompeius erhielt darauf am 7. Januar 49 v. Chr. vom Senat die Order, die Republik gegen Caesar zu verteidigen. Am 10. Januar überschritt Caesar den Rubikon und begann damit den Krieg gegen die Republik. Er marschierte gegen Rom, das von Pompeius geräumt wurde, und danach nach Spanien, wo er Pompeius’ Truppen ausschaltete. Pompeius selbst wurde später in Griechenland in der Schlacht von Pharsalos geschlagen und kurz darauf in Ägypten ermordet; die anderen senatorischen Heere (welche 6 Legionen umfassten) wurden besiegt. Damit konnte Caesar sich zum Alleinherrscher Roms aufschwingen.
    Nachdem Caesar 45 v. Chr. siegreich nach Rom zurückgekehrt war, scheiterte er jedoch an der politischen Aufgabe, die neu errungene, in der römischen Geschichte noch nie dagewesene Machtstellung dauerhaft zu sichern. Ob er tatsächlich die Königsherrschaft anstrebte, war zu seiner Zeit und ist bis heute umstritten. Seine Wahl zum Diktator auf Lebenszeit konnte nur eine vorläufige Lösung sein. Politisch war Caesar an einem toten Punkt angelangt, als er am 15. März 44 v. Chr. von den Verschwörern um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus ermordet wurde.
    Der Plan der Verschwörer, die Herrschaft des Senats wiederherzustellen, erwies sich aber schon bald als illusorisch. Die Macht in Rom fiel demjenigen zu, der als Imperator die größten und kampfstärksten Legionen zu mobilisieren in der Lage war. Dabei zeigten sich Caesars Großneffe und Erbe Octavian, der spätere Augustus, und die caesarianischen Feldherren Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus den Caesarmördern auf Dauer überlegen. Sie bildeten im verfassungsrechtlichen Rahmen der Lex Titia das zweite Triumvirat und beseitigten mittels Proskriptionen rücksichtslos alle innenpolitischen Gegner, u. a. auch Cicero. In der Schlacht von Philippi besiegten Octavian und Antonius 42 v. Chr. die Heere von Cassius und Brutus. Von diesem Zeitpunkt an ging es nicht mehr darum, ob Rom Republik bleiben würde, sondern nur noch darum, was an ihre Stelle treten sollte.
    Eine Aussöhnung schien greifbar, als Pompeius’ Sohn Sextus Pompeius, der von Sizilien mit seiner Flotte Italien blockierte, 39 v. Chr. im Vertrag von Misenum die Rehabilitation der Proskribierten erreichte, doch bereits im folgenden Jahr flammten die Kämpfe zwischen Octavian und Sextus Pompeius wieder auf. Nach der Entscheidung des Konflikts und der Eroberung Siziliens durch Marcus Vipsanius Agrippa im Jahr 36 v. Chr. gelang es Octavian, auch Lepidus politisch kaltzustellen.
    Nach dem Sieg über ihre politischen Gegner wuchsen indes die Spannungen zwischen den verbliebenen Triumvirn, und nun lief alles auf eine letzte Auseinandersetzung mit Antonius und der mit ihm verbündeten Königin Kleopatra VII: von Ägypten hinaus. Mit dem Seesieg über Antonius bei Actium im Jahr 31 v. Chr. und der Einnahme Alexandrias im Jahr darauf sicherte sich Octavian die Alleinherrschaft im Römischen Reich. Mit dem Ende der Bürgerkriege war auch das unwiderrufliche Ende der Republik gekommen. Anders als Caesar gelang es Octavian, der vom Senat den Ehrennamen Ausgustus („der Erhabene“) erhielt, eine neue, dauerhafte Staatsform an ihre Stelle zu setzen.
    Der Autor kommt zu folgendem Fazit: „ Die kombinierte Auswertung von achäologischen und historischen Quellen macht klar, dass die Hauptmotivation der Konfliktparteien keineswegs in hehren republikanischen Idealen bestand, sondern in den meisten Fällen wesentlich handfester war: Es gab eine Menge an Prestige zu gewinnen und zu verlieren, und vor allem gab es eine Menge an Besitz zu verteilen und zu verteidigen. (…) Es kam zu einer Zunahme von sozialen Spannungen, die nicht zuletzt durch ungleich verteilten Reichtum entstanden und von dem bestehenden gesellschaftlichen System nicht mehr abgefangen werden konnten. (…) Diese wechselseitig miteinander verbundenen Prozesse führten ab dem frühen 1. Jh. v. Chr. nicht nur immer zu heftigeren Eskalationen von Gewalt, sondern paradoxerweise auch zu wachsendem Wohlstand und neuen Formen des Massenkonsums. Die Einsätze auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wurden immer höher, die von den führenden Akteuren beschworenen Bildern immer komplexer.“ (S. 238ff)
    Der Autor zeigt eindrücklich, dass Krise und Bürgerkrieg nicht zu einer Nivellierung und Abwärtsspirale des römischen Reichs allgemein und speziell in der Kultur führte. Dieses Zeitalter führte zu massiven sozialen Umwälzungen, die Bedeutung von Rang, Status und Besitz nahm zu. Diese inneren Kriege konnten von rivalisierenden Staaten und Gruppen jedoch nicht dazu genutzt werden, die Vorherrschaft Roms zu beenden. Öffentliche Gewalt war eine Konstante der römischen Innenpolitik und der gesamten politischen Kultur, was der Autor gut herausarbeitet. Seinen hohen Anspruch, dieses Zeitalter ganzheitlich darzustellen, erfüllt der Autor weitgehend, nur die Mentalitätsgeschichte, also die Werte und Normen, und die Alltagsgeschichte könnten vermehrt herangeziehen werden. Die Zahl der herangezogenen Quellen (siehe Anhang) ist phänomenal, somit kann sich das Buch zu einem Standardwerk entwickeln.

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