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De spiritu sancto – Über den Heiligen Geist

Didymus der Blinde

De spiritu sancto – Über den Heiligen Geist

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Didymus (geb. 310 oder 313 in Alexandria) verlor in früher Kindheit sein Augenlicht, ohne zuvor Lesen oder Schreiben gelernt zu haben. Trotz seiner Blindheit eignete er sich nur durch Hören und Memorieren eine umfassende Kenntnis sämtlicher Disziplinen der ›artes liberales‹ sowie der Philosophie an. Dabei soll er eine Art Blindenschrift erfunden... mehr
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Beschreibung
Didymus (geb. 310 oder 313 in Alexandria) verlor in früher Kindheit sein Augenlicht, ohne zuvor Lesen oder Schreiben gelernt zu haben. Trotz seiner Blindheit eignete er sich nur durch Hören und Memorieren eine umfassende Kenntnis sämtlicher Disziplinen der ›artes liberales‹ sowie der Philosophie an. Dabei soll er eine Art Blindenschrift erfunden haben. Nach Rufin wurde er von Athanasius als Lehrer in der alexandrinischen Katechetenschule eingesetzt. Seine Vorlesungen zogen Schüler von weither an und wurden von Stenographen mitgeschrieben. Er führte ein asketisches Leben und soll auch von Antonius dem Großen in seiner Zelle besucht worden sein. Zu seinen bekanntesten Schülern gehören Hieronymus, Palladius, Rufin und der Einsiedler Ammonius. Didymus starb gegen Ende des 4. Jahrhunderts. Seine Zeitgenossen nannten ihn wegen seiner hervorragenden Gelehrsamkeit »der Sehende«. Erst nachdem Didymus als Anhänger des Origenes posthum durch das 5. allgemeine Konzil (553) verurteilt worden war, erhielt er den Beinamen ›der Blinde‹. Im 9. Jahrhundert wurde Didymus von den karolingischen Theologen rehabilitiert und in die Phalanx der Zeugen zugunsten des Filioque eingereiht. Seitdem werden seine Schriften im Westen immer wieder zitiert.

Didymus’ Werk ist infolge der Verurteilung nur fragmentarisch überliefert. Sein Hauptinteresse galt der biblischen Exegese, doch verfasste er auch wegweisende dogmatische Werke. Nachdem man Didymus die Verfasserschaft für das Werk ›De trinitate‹, das früher unter seinem Namen überliefert wurde, abgesprochen hat, ist die Schrift ›De spiritu sancto‹ – unbestritten in der Echtheit – aus dem Schatten von ›De trinitate‹ hervorgetreten und gilt heute als seine wichtigste dogmatische Abhandlung. Abgefasst wurde die Schrift vielleicht schon zwischen 355 und 358, doch neigt man traditionell eher zu einer Spätdatierung zwischen 370 und 375. Sie wurde nach 385 von Hieronymus ins Lateinische übersetzt und ist in dieser Übersetzung vollständig erhalten. Ambrosius lag bei der Abfassung seiner Schrift ›De spiritu sancto‹ im Jahre 381 das Werk des Didymus vor.

In Übereinstimmung mit Athanasius betont Didymus die Homoousie in der Trinität, in die der Heilige Geist einbezogen wird. Dabei ist Didymus vor allem an den biblisch-exegetischen Grundlagen der Pneumatologie und Trinitätslehre interessiert. Von Bedeutung ist dieser Text aber nicht nur für die Geschichte der Pneumatologie, sondern auch für die Biographie des Kirchenvaters. Das Werk gilt heute nicht mehr als sein erster Versuch einer Abhandlung über den Heiligen Geist, den er 20 oder 30 Jahre später noch einmal aufgreift, sondern vielmehr als sein abschließendes Wort zu dieser Problematik.

Nach einer ausführlichen Einleitung wird der lateinische Text von ›De spiritu sancto‹ im vorliegenden Band zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorgelegt.

(Bd. 78). Lat. / dt. Übers. und eingel. von Hermann Josef Sieben. 2004. 301 Seiten.
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    • 07.07.2004
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