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Ehre und Gesellschaft

Grigore, Mihai-D.

Ehre und Gesellschaft

Ehrkonstrukte und soziale Ordnungsvorstellungen am Beispiel des Gottesfriedens (10. bis 11. Jahrhundert)
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Im Mittelalter entstanden Machtstrukturen um Ehrkonstrukte herum, die soziale Identitäten herausbildeten. Um die Jahrtausendwende wandelten sich diese Ehrkonstrukte grundlegend. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass die traditionellen (weltlichen) Institutionen die öffentliche Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten konnten und Fehden kleiner... mehr
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Beschreibung
Im Mittelalter entstanden Machtstrukturen um Ehrkonstrukte herum, die soziale Identitäten herausbildeten. Um die Jahrtausendwende wandelten sich diese Ehrkonstrukte grundlegend. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass die traditionellen (weltlichen) Institutionen die öffentliche Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten konnten und Fehden kleiner Adliger das soziale Ganze bedrohten. Die Kirche nahm Einfluss auf die politische Entwicklung und setzte einen ›Gottesfrieden‹ durch. Durch die kirchliche Propaganda fand eine Funktionalisierung der kriegerischen Klasse statt, wobei versucht wurde, das kriegssüchtige Drängen der Ritter auf eine für das gemeinsame Wohl nützliche Bahn zu lenken. Das kriegerische Ethos wurde durch den Ehrenkodex des ritterlichen Ideals, des Schutzes von Gerechtigkeit und Frieden, gezügelt. Man lehnte nicht die Brutalität oder Gewaltsamkeit eines Kriegers grundsätzlich ab; menschliches Blut durfte vergossen werden, solange es von einem Heiden stammte. Die Kriegstaten zum Ruhme Christi waren sogar erwünscht: Christus war für die Kreuzfahrer die ›causa militandi‹ und damit die Rechtfertigung ihres Daseins. Ab dem Ende des 11. Jahrhunderts ist ein Wandel von den Formen der kriegerischen Ehre zu verzeichnen. Vor allem durch Werke kirchlicher Autoren wurden die Kriegswertungen aus der privaten Sphäre des Feudallebens herausgezogen und in den Dienst des gesamten gesellschaftlichen Organismus gestellt: Angesichts dessen bekam sogar der bis dahin von der christlichen Theologie misstrauisch betrachtete Krieg seine Rechtfertigung als nötiger gerechter Krieg (›bellum justum‹). Eine Folge dieser Ehrumwandlung waren die Kreuzzüge, eine andere die höfische Kultur des Hochmittelalters.

2009. 429 S., Fadenh., geb.
  • B220687
    • Buch
    • B220687
    • 978-3-534-22068-7
    • 18.05.2009
    • wbg Academic
    • 429
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