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Bücher können die Welt verändern

Liebe Freunde der wbg,

es ist schon eine seltsame Angelegenheit mit Erasmus von Rotterdam. Während seine Schriften kaum mehr gelesen werden, beanspruchen immer ungewöhnlichere Institutionen seinen Namen: Im Sommer 2018 wurde die Desiderius-Erasmus-Stiftung zur parteinahen Stiftung der AfD. Wie passt das zusammen?

Erasmus von Rotterdams Leben, Denken und Schreiben war geprägt von Toleranz, Menschlichkeit, Pazifismus und Weltbürgerlichkeit. Um diesen Inhalten Gehör zu verschaffen, gibt der Verlag ›Das Kulturelle Gedächtnis‹ eine Auswahl aus seinem Hauptwerk ›Adagia‹ heraus. Die Textgrundlage dieser Plädoyers für das rechte Maß und für Herzensgüte gegenüber Freunden, Fremden und Verfolgten stammt aus dem Haus der wbg. Dem satzungsgemäßen Auftrag zur Förderung von Wissenschaft und Bildung verpflichtet, haben wir dies unentgeltlich getan.

 

»Ich liebe die Freiheit. Ich will und kann keiner Partei dienen.«
DESIDERIUS ERASMUS VON ROTTERDAM

 

Die Polarisierung unserer Gesellschaft zwischen populistischer Hetze und wissenschaftlich fundierten Debatten trifft auch den Buchmarkt. Und wo noch vor Jahren die Bildungselite unserer Gesellschaft dafür sorgte, dass Fake News aus dem Diskurs herausgehalten wurden, entstehen heute z. B. Foren für Reichsdeutsche im Internet. Aber es entstehen auch Initiativen wie die Hamburger Erklärung ›Jedes Kind muss lesen lernen‹, die wir als wbg unterstützen.

Das Internet ist, bei allen Tendenzen zur Filterblasenbildung, demokratisch. Das müssen wir aushalten. Doch diejenigen unter uns, die als Lehrende und Studierende Zugang zu Wissen und Bildung haben, stehen in der Pflicht, oberflächlichen Meinungen und Gesinnungen entgegenzutreten, wenn es gegen Minderheiten geht. Wir alle wissen: Bücher können die Welt verändern, zum Guten wie zum Schlechten. Das zeigt die Geschichte von der Bibel über Luther und Marx bis hin zu Hitler und, ja: auch Harry Potter. Dass Bücher diese Macht besitzen, bestätigt auch die Legitimation der wbg als größte Plattform für Geisteswissenschaften im digitalen Zeitalter.

Aufgrund der Tatsache, dass wir zwei Bücher der aktuellen SPIEGEL-Bestsellerliste bei der wbg nicht verfügbar machen, haben wir einige Zuschriften erhalten, die uns der Zensur bezichtigen. Ja, wir haben uns entschieden, dass Bücher bei der wbg nicht bestellbar sind, die rassistische oder frauenverachtende Meinungen verbreiten. Wir verbieten Ihnen als Mitglied damit keine Bücher oder zensieren sie gar. Dieser Vorwurf ist allzu leichtfertig. Wir verbreiten jedoch nur Bücher, die auf wissenschaftlich fundierter Information basieren, um eine qualitative Diskussion überhaupt erst zu ermöglichen. Wo das Gespräch endet, endet die Demokratie. Aber Hetze und Hass sind keine Gespräche, sondern Demagogie. Vielleicht widersprechen Sie dieser Auffassung? Dann lassen Sie es uns wissen.

Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen im Kommentarfeld, oder an
werte@wbg-wissenverbindet.de

Mit freundlichen Grüßen
Tom Erben
Direktor
Community wbg

Tags: wbg
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  • Grundlagen für die Einstufung als Hass und Hetze?

    "Wo das Gespräch endet, endet die Demokratie. Aber Hetze und Hass sind keine Gespräche, sondern Demagogie. Vielleicht widersprechen Sie dieser Auffassung? Dann lassen Sie es uns wissen."
    Ich frage mich bei solchen Aussagen immer, wer und vor allem wie denn entscheidet, wo Hass und Hetze anfangen? Fragt mach gezielt nach einer Definition gibt es meist nur schwammige Aussagen oder gar abweisende Antworten wie "das ist doch offensichtlich und muss daher nicht weiter benannt werden".
    Häufig habe ich zudem den Eintrug, dass für die Entscheidungsträger dinge die mir wie Hass und Hetzte vorkommen, vollkommen in Ordnung zu sein scheinen und umgekehrt. (Kritische Stimmen gegen Massenmigration, oder unterscheiden zwischen Asylanten und Migranten, sind für mich z.B. nicht per se Hass oder Hetze. Das was sich Gegendemonstranten von z.B. den Märschen für das Leben oder Abtreibungsbefürworter manchmal leisten jedoch schon. Von der Presse und Politik habe ich jedoch meist den Eindruck, die friedlichen Demonstranten für das Leben würden die Gesellschaft Spalten und Hass und Hetze verbreiten, während sich eine Heroische Gruppe Gegendemonstranten (minus ein paar Gewalttätiger Deppen - falls darüber überhaupt berichtet wird) dagegenstellt).


    Daher würde ich jetzt gerne wissen, wo für die Wissenschaftliche Buchgesellschaft Hass und Hetze beginnen, bzw. was genau die Entscheidungsgrundlagen sein werden Zukünftig Bücher nicht anzubieten bzw. in Bestsellerlisten erst gar nicht anzuzeigen. Ich freue mich auf Ihre Antworten zu meinen Fragen.

    Vielen Dank.

  • Antwort

    Sehr geehrter Herr Jakob,
    ich habe in meinem Beitrag im Namen der wbg zu einer Diskussion über die von Mitgliedern der wbg angeregte Auslistung der Bücher von Thilo Sarrazin und Thilo Blume eingeladen. Diese Diskussion ist nun im Gange, und wir - die wbg als Verein mit 85.000 Mitgliedern - tun gut daran. Denn mit dieser Diskussion leisten diejenigen, die sich differenziert statt polemisch dazu äußern, einen Beitrag für eine offene und demokratische Gesellschaft.
    Das Gegenteil von einer offenen und fundierten Auseinandersetzung bezeichnen wir als Hetze und Hass: Demagogie, Polemik, Populismus. Und zwar immer dort, wo es gegen ein Gruppe von Menschen geht. Wenn Angehörige einer Gruppe diskreditiert (oder überhöht) werden, überschreiten Menschen eine Grenze. Das Individuum zählt dann nicht mehr. Der Sohn eines Imigranten kann Banker werden oder Penner, Philosoph oder Bankräuber, Terrorist oder Bundeskanzler (seine Tochter übrigens ebenso) - DAS ist die Freiheit in der wir leben, und die es zu verteidigen gilt. Gegen Links und gegen Rechts.
    Werfen Sie also bitte nicht mich oder diejenigen Mitglieder der wbg in einen gemeinsamen Topf, die das kuratierte Programm der wbg unterstützen – weder sind sie untereinander ein homogenes Lager, noch sind diejenigen, die das Buch von Thilos Sarrazin nicht verbreiten möchten, automatisch Gutmenschen oder Befürworter von Abtreibungen (wie sie dies suggerieren).
    Hetze und Hass beginnt dort, wo jemand brüllt „Das sind die, die…“. Diese Unart gibt es, da gebe ich Ihnen Recht, in allen Lagern. Lassen wir uns bitte beide nicht vereinnahmen, sondern sehen in dem Anderen ein Gegenüber statt den Vertreter einer Ideologie.
    Mit guten Grüßen

    Tom Erben
    Director Community Relations

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