Die wbg verbannt ›Feindliche Übernahme‹ aus dem Direktverkauf

Pressemitteilung
Darmstadt, 15. November 2018

 

Sarrazin greift wbg in der ›Jungen Freiheit‹ an
wbg verbannt ›Feindliche Übernahme‹ aus dem Direktverkauf

 

Der Autor Thilo Sarrazin greift in der Zeitung ›Junge Freiheit‹ die wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) an. Diese hatte in ihrer Magazin-Ausgabe November 2018 die Entscheidung begründet, zwei Titel der Spiegel-Bestsellerliste aus dem Angebot herauszunehmen.

Die wbg, die in ihrem Online-Shop auch die Titel der Spiegel-Bestsellerliste vertreibt, hatte sich auf Anregung ihrer Mitglieder entschieden, die Bücher ›Feindliche Übernahme‹ von Thilo Sarrazin und ›Das ist Alpha!‹ von Felix Blume, auch bekannt als Kollegah, nicht zu verkaufen. Tom Erben, Director Community Relations, hatte dies für die wbg im aktuellen wbg-Magazin begründet und die Mitglieder zur weiteren Diskussion eingeladen: »Ja, wir haben uns entschieden, dass Bücher bei der wbg nicht bestellbar sind, die rassistische oder frauenverachtende Meinungen verbreiten.« Im Beitrag wurde die rege Diskussion unter den Mitgliedern der wbg zur Auslistung der Bücher aufgegriffen. Ein großer Teil der Zuschriften sei positiv und ermuntere dazu, das Programm der wbg weiterhin aktiv zu kuratieren.

Der Verein bietet im wbg-Online-Shop eine Auswahl von 6.000 Titeln an. Neben den eigenen Verlagsprogrammen sind ausgewählte Neuerscheinungen aller Verlage verfügbar, seit 2016 auch die Titel der Spiegel-Bestsellerliste. »Als Buchhändler wählen wir bewusst aus, welche Titel wir unseren Kunden anbieten«, sagt Dirk H. Beenken, Geschäftsführender Direktor der wbg. Sarrazins Vorwurf gegen die wbg sei offenbar der Versuch, sich wieder ins Gespräch zu bringen.

Tags: wbg
Passende Artikel
Wut Ebner, Julia  Wut

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Sofort lieferbar

Gegen den Hass Emcke, Carolin  Gegen den Hass

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Sofort lieferbar

Die neue religiöse Intoleranz Nussbaum, Martha  Die neue religiöse Intoleranz

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Sofort lieferbar

Desiderius Erasmus von Rotterdam Desiderius Erasmus von Rotterdam  Desiderius Erasmus von Rotterdam

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Sofort lieferbar

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

  • entlarvend

    Es ist nicht meine Meinung sondern offenbar: wer die Einschränkung der Meinungsfreiheit mit noch so subtilen Verdrehungen zu begründen sucht, offenbart seinen totalitären Geist.

    Das sollten gerade Literarturbeflissene wissen - und sie tun es auch.

    Spätestens mit diesem Artikel sind sie als Quelle unbrauchbar geworden.
    Greifen Sie mal wieder zu 1984 und Schöne neue Welt und verorten sich selber in diesen Offenbarungen der Eugeniker und menschenfressenden Halbgötter der Fabian Society.

    Sie heizen die eigene Hölle an.

  • Danke

    Wer eine Religionsgemeinschaft ohne Rücksicht auf Verluste darauf reduziert, dass einige Fanatiker radikal sind, gehört nicht in das Angebot des WBG. Ich danke Euch für das hier gezeigte Rückgrat.

  • Das war´s

    Die Kündigung meiner Mitgliedschaft geht heute raus.
    Gerade in der heutigen Zeit erachte ich es als wichtig, Versuche in Richtung betreutes Denken - von der wbg als "aktiv kuratiertes Verlagsprogramm" vornehm umschrieben - eine Absage zu erteilen.

  • Grundgesetzwidrige Entscheidung

    Art. 5 GG lautet seit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24. Mai 1949 wie folgt:[1]
    Artikel 5 des Grundgesetzes – eine Arbeit von Dani Karavan an den Glasscheiben zur Spreeseite beim Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestags in Berlin
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
    (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
    (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

    Wie schon zuvor bezüglich des Facebook-Auftritts im Zusammenhang mit der Diskussion um das einseitige Buch "Wut" von Julia Ebner gesagt, ist es nicht Sache der WBG, ihren Mitgliedern vorzuschreiben, was sie lesen sollen/dürfen/können bzw. welche Bücher sie zu kaufen haben. Die Meinungsfreiheit muß auch für jene gelten, die eine Meinung vertreten, die der Leitung der WBG nicht gefällt.

    Mit der Entscheidung, bestimmte Bücher aus dem Programm zu verbannen, sei es auch nur das freie Verlagsprogramm, trifft die Leitung der WBG eine vereinsschädigende Entscheidung, vor allem, wenn man bedenkt, daß die WBG schon einmal 150.000 Mitglieder hatte und heute auf einem wesentlich komplizierteren Buchmarkt als Buchgemeinschaft mit wissenschaftlicher Ausrichtung bestehen muß.

    Es ist auch nicht nachvollziehbar, wie man Rezensionen aus dem Neuen Deutschland zitiert, einseitig linke Literatur wie die der Frau Ebner verlegt, aber andererseits Bücher von Autoren mit entgegengesetzter Meinung zensiert und ausgrenzt. Das Buch von Sarrazin enthält viele interessante natürlich Leuten wie Ebner nicht gefallen, es ist aber deshalb nicht rassistisch. Die Wahrheit über den Islam zu sagen, gestützt auf wissenschaftliche Kenntnisse, ist dem vorgegebenen Meinungsdiktat zwar unangenehm, aber gerade der freie Meinungsaustausch muß ein Wert auch der WBG sein. Oder um mit Voltaire zu sprechen:„Es ist klar, daß jeder, der einen Menschen, seinen Bruder, wegen dessen abweichender Meinung verfolgt, eine erbärmliche Kreatur ist.“ - Voltaire, 1764 -

    Sie tun der WBG mit Ihrer Entscheidung keinen Gefallen. Auch hat es ein solches Verhalten seit meinem Betritt 1976 nie gegeben. Das ist hier nicht die "DDR", sondern theoretisch eine freiheitlich-demokratische Grundordnung. Ein Verein wie die WBG ist zur äußersten Neutralität verpflichtet.