Bitte geben Sie Ihre Weihnachtsbestellung bis spätestens Di., 17.12. auf!
Kontakt: +49 (0)6151 - 33 08 330
Bitte geben Sie Ihre Weihnachtsbestellung bis spätestens Di., 17.12. auf!
Kontakt: +49 (0)6151 - 33 08 330
Bitte geben Sie Ihre Weihnachtsbestellung bis spätestens Di., 17.12. auf!
Kontakt: +49 (0)6151 - 33 08 330

Druckfrisch Bestseller-Listen vom 17.02.2019

Literaturkritiker Denis Scheck bespricht einmal monatlich die Spiegel-Bestsellerliste, abwechselnd Belletristik und Sachbuch – parallel zu seiner ARD-Sendung ›Druckfrisch‹. (Nächste Sendung 17. Februar 23 Uhr 35, Gäste Leonardo Padura, Yoko Tawada).

 

Platz 10: Dirk Müller: ›Machtbeben‹ (Heyne, 352 S., 22 €)

Ich wäre heute reicher, hätte ich auf die Finanzmarktprognosen von Dirk Müller in diesem Buch gehört und im vergangenen Jahr entsprechend investiert. Aber auch, wenn Müller mit seinem Aktien-Alarmismus im letzten Jahr recht behielt: die Vergleichsgrößen des von den Medien „Mr. Dax“ getauften Dirk Müller sind meiner Ansicht nach nicht Finanzgenies wie Warren Buffert, Dirk Müllers Kragenweite entsprechen eher der „Geldbriefträger“ Walter Sparbiehr oder die stumme buchstabenumdrehende Glücksfee Maren Gilzer aus dem „Glücksrad“. Dieser Mann bekommt mein Sparschwein nicht!

 

Platz 9: Elli Radinger: ›Die Weisheit alter Hunde‹ (Ludwig, 320 S., 22 €)

Hart an der Kitschgrenze hat die Wolfsexpertin Radinger ein Buch übers Altern von Mensch und Hund geschrieben. Auch wenn viele von Radingers Einsichten eher Binsenweisheiten sind – Sätze wie „Mutig sein heißt, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen, wenn man traurig, ängstlich oder verletzlich ist.“ -  lohnt die Lektüre, denn sie ist eine gute Vorbereitung auf den Tod von Tier wie Tierhalter.

 

Platz 8: Frank Bösch: ›Zeitenwende 1979‹ (C.H. Beck, 512 S., 28 €)

Ein einsichtsreiches historisches Sachbuch über die Geburt des Neoliberalismus und der grünen Ideologie, das Ende des sowjetischen Imperiums und den Beginn der Herrschaft der Ayatollahs. Allerdings hat die Studie des Potsdamer Historikers Frank Bösch einen Makel: wie kann man ein ganzes Buch darüber schreiben und dabei Christian Krachts hellsichtigen, bereits 2001 erschienen Roman „1979“ übersehen? Krachts Roman ist ein schlagender Beleg für Literatur als Frühwarnsystem – und Böschs blinder Fleck ein Indiz für die Kunstfremdheit deutscher Historiker.

 

Platz 7: Dr. med Eckhard von Hirschhausen und Prof. Dr. med Tobias Esch: „Die bessere Hälfte“ (Rowohlt, 288 S., 18 €)

Daß auch das Leben jenseits der 40 noch viel Freude bereiten kann, dieser Einsicht der Autoren vermag ich nicht zu widersprechen. Man kann zum Beispiel Bücher voll flacher Witzchen, banaler Einsichten und dumpfem Eigenlobs lustvoll in die Tonne treten.

 

Platz 6: Yuval Noah Harari: ›21 Lektionen für das 21. Jahrhundert‹ (Deutsch von Andreas Wirthensohn, C. H. Beck,  459 S., 24,99)

Biltzgescheite Essays über die unsere Gegenwart prägenden Mächte wie etwa Künstliche Intelligenz und Biotechnologie. Am stärksten erscheint mir der israelische Historiker in diesem Buch, wenn er darüber spricht, wie ihm tägliches Meditieren dabei hilft, in der Flut der Nachrichten nicht in Trübsal zu verfallen: „Leid“, so Harari, „ist kein objektiver Zustand in der äußeren Welt. Er ist eine mentale Reaktion, die von meinem eigenen Geist erzeugt wird.“

 

Platz 5: Olaf Köhne und Peter Käfferlein mit Dirk Rossmann: ›Dirk Rossmann‹ (Ariston, 240 S. 20 €)

Schleimerischer ist noch keine Unternehmerbiographie geschrieben worden. Nach einer Audienz bei Papst Franziskus, während der Kondom-Verkäufer Rossmann dem Papst vorschlägt, Empfängnisverhütung zu erlauben, gelangt der Drogeriemarkt-Filialist zu der Erkenntnis: „Für mich ist der Papst ein Mann wie du und ich.“ Ich kann mir die hohe Platzierung dieses peinlichen Buchs auf der Bestsellerliste nur so erklären, daß Herr Rossmann selbst seine Bücher kauft.

 

Platz 4: Anne Fleck: ›Ran an das Fett‹ (Wunderlich, 432 S. 24,99 €)

„Fett kann heilen“ behauptet die Hamburger Rheumatologin Anne Fleck und untermauert ihre These mit vielen guten Argumenten und lehrreichen Fallbeispielen in diesem Buch. Ich und ich bin sicher auch viele andere Leser würden sich freuen, wenn Frau Doktor Fleck nach dem Fett ihre revolutionären Forschungen auch auf Tabak und Alkohol richtet.

 

Platz 3: Bas Kast: ›Der Ernährungskompass‹  (C. Bertelsmann, 320 S. 20 €)

Ein Loblied auf Omega-3-Fettsäuren singt auch der Wissenschaftsjournalist Bas Kast, dessen anschaulich geschriebenes und informatives Sachbuch sich auf eine Meta-Analyse aller zwischen 1950 und 2013 durchgeführten Ernährungsstudien stützt. Also: Butter bei die Fische!

 

Platz 2: Stephen Hawking: ›Kurze Antworten auf große Fragen‹ (Deutsch von Susanne Held und Hainer Kober, Klett-Cotta, 253 S. , 20 €)

Das Vermächtnis des großen Astrophysikers Stephen Hawking enthält neben profunden Antworten auf Letzte Fragen auch einen guten Witz und eine Warnung vor Künstlicher Intelligenz. „Die Menschen fragten einen Computer: „Gibt es einen Gott?“ schreibt Hawking. „Und der Computer sagte: Ja. Ab jetzt“ – und brannte mit dem Stecker durch.“

 

Platz 1:  Michelle Obama: ›Becoming‹ (Deutsch von Harriet Fricke, Tanja Handels, Elke Link, Andrea O’Brien, Jan Schönherr und Henriette Zeltner, Goldmann, 544 S. 26 €)

Jede Zeit hat ihre Mutmach-Ikonen. Daß die in der Bunderepublik nicht mehr Elly Heuß-Knapp heißen, sondern zum Beispiel Michelle Obama, ist begrüßenswert. „Wenn ich all die Dinge aufschreiben wollte, die einem keiner sagt, bis man selbst mittendrin steckt, würde ich vermutlich mit Fehlgeburten anfangen“, schreibt die Anwältin Obama. „Eine Fehlgeburt, auch Abgang genannt, ist ein einsames, schmerzhaftes und demoralisierendes Erlebnis, das einem im wahrsten Sinne durch Mark und Bein geht.“ Eine Autobiographie, gleichermaßen spannend wie berührend und niemals eitel.

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.